Industrieaufträge brechen stärker ein als erwartet – Deutschlands Wirtschaft in der Krise
Catrin KabusIndustrieaufträge brechen stärker ein als erwartet – Deutschlands Wirtschaft in der Krise
Deutschlands Industrie erlebt erneuten steilen Einbruch – Aufträge brechen stärker als erwartet ein
Die deutsche Industrie steckt weiter in der Krise: Im April gingen die Bestellungen deutlich stärker zurück als prognostiziert. Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der das Land mit stagnierendem Wachstum, steigenden Energiekosten und anhaltenden Lieferkettenstörungen zu kämpfen hat.
Wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht, sank der Auftragseingang im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2 Prozent gerechnet. Haupttreiber des Einbruchs war ein Minus von 4,2 Prozent bei Auslandsaufträgen – besonders dramatisch fiel der Rückgang in der Eurozone aus, wo die Nachfrage um 11,1 Prozent einbrach.
Auch die Inlandsbestellungen gaben nach und verringerten sich im selben Zeitraum um 2,9 Prozent. Die Automobilbranche, eine Schlüsselsäule der deutschen Wirtschaft, verzeichnete einen Rückgang der Neugeschäfte um 5,3 Prozent.
Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt düster: Seit 2019 gibt es kein Wachstum mehr, und rund 300.000 Industriearbeitsplätze sind in dieser Zeit verloren gegangen. Der anhaltende Konflikt mit Iran verschärft die Situation zusätzlich, treibt die Energiepreise in die Höhe und vertieft die Versorgungsengpässe.
Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, beschrieb die Stimmung in den Unternehmen als „katastrophal“. Analysten warnen mittlerweile, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal erneut schrumpfen könnte – und damit die langanhaltende Stagnation verlängert.
Die jüngsten Daten bestätigen einen drastischen Rückgang der Industrieaktivität, bei dem sowohl die inländische als auch die ausländische Nachfrage nachlassen. Angesichts hoher Energiekosten und weiterhin angespannter Lieferketten bleibt die wirtschaftliche Perspektive Deutschlands für die kommenden Monate ungewiss.






