16 April 2026, 22:32

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit historischem Echo

Schwarze und weiße Geschäftskarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit historischem Echo

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Markenrechtspolitik des Modeunternehmens. Der Schritt erfolgt, nachdem der Luxushersteller kleinen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen, die das Wort "BOSS" in ihren Namen führen, Abmahnungen zukommen ließ.

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Lycett kündigte die Namensänderung kurz vor der Vorstellung eines neuen Produkts unter dem Label "Hugo Boss" in seiner Sendung Got Your Back an. Dabei betonte er im Gegensatz zum historischen Unternehmen keinerlei Beteiligung an der Herstellung von NS-Uniformen. Mit seiner Aktion rückt der Komiker die Vergangenheit der Marke in den Fokus, darunter die Produktion von SS-Uniformen während des Zweiten Weltkriegs unter Zwangsarbeit. 2011 hatte Hugo Boss (das Unternehmen) für das "Leid und die Entbehrungen" in seiner Fabrik aus der NS-Zeit offiziell um Vergebung gebeten.

Gegründet 1924, betreibt der Modekonzern heute 439 Filialen weltweit und beschäftigt über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern. 2018 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2,3 Milliarden Pfund. Doch seine Rechtsabteilung geht gezielt gegen kleinere Akteure vor: So musste die walisische Brauerei Boss Brewing aus Swansea 10.000 Pfund aufbringen, um sich gegen eine Abmahnung zu wehren. Auch die Initiative DarkGirlBoss erhielt ein juristisches Schreiben, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Lycetts Protest reiht sich ein in eine Serie von Fällen, in denen der Konzern sein Markenrecht gegen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen durchsetzt – selbst wenn diese nichts mit der Modebranche zu tun haben. Die Namensänderung lenkt nicht nur die Aufmerksamkeit auf die juristischen Schritte von Hugo Boss gegen kleinere Organisationen, sondern holt auch die Kriegsvergangenheit des Unternehmens zurück ins Gedächtnis, die dieser vor über einem Jahrzehnt offiziell eingeräumt hatte. Mit seiner Kampagne will Lycett die Vorgehensweise des Konzerns bei der Markenrechtspolitik hinterfragen und gleichzeitig das Bewusstsein für dessen historische und aktuelle Praktiken schärfen.

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