22 December 2025, 22:56

Klartext von GWG: Warum jetzt so wenig gebaut wird

Ein Plakat mit zahlreichen Gebäuden und hervorgehobenen Text.

Klartext von GWG: Warum jetzt so wenig gebaut wird

Klartext von der GWG: Warum aktuell so wenig gebaut wird

Teaser: Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist groß, doch die Rahmenbedingungen für Neubauten haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert.

22. Dezember 2025, 11:34 Uhr

Die Gifhorner Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Wohnraumausbau und bezahlbaren Mieten. Steigende Baukosten und höhere Zinsen haben neue Projekte in den letzten Jahren deutlich erschwert. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach günstigem Wohnraum in ganz Niedersachsen hoch – die Anbieter sind gezwungen, ihre Strategien zu überdenken.

Andreas Otto, Geschäftsführer der GWG, bestätigte, dass der Rückgang beim Neubau kein Einzelfall der Genossenschaft ist, sondern ein branchenweites Problem widerspiegelt. Die Organisation weigert sich, die zusätzlichen Kosten auf die Mieter abzuwälzen, und setzt stattdessen auf Stabilität und Bezahlbarkeit statt auf rasches Wachstum. Der Fokus liegt nun auf der Aufwertung des bestehenden Bestands durch energetische Sanierungen, barrierearme Umbauten und flexible Wohnkonzepte.

Die Herausforderungen beschränken sich jedoch nicht auf finanzielle Aspekte. Demografische Veränderungen wie Bevölkerungsrückgang und sich wandelnde Haushaltsgrößen machen die künftige Nachfrage schwerer kalkulierbar. Trotz dieser Unsicherheiten betont die GWG, sich nicht zurückzuziehen, sondern vorsichtig voranzugehen – bereit, die Aktivitäten auszuweiten, sobald sich die Rahmenbedingungen verbessern. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen-Bremen (vdw) forderte 2025 einen zweigliedrigen Ansatz für Niedersachsen: Neubauten in Wachstumsregionen kombiniert mit der Modernisierung des bestehenden Bestands. Im Wohnungsmarktbericht des Verbands hieß es, es brauche verlässliche Fördermittel, schnellere Genehmigungsverfahren und eine realistische Debatte über Kosten- und Qualitätsstandards. Die GWG unterstützt diese Forderungen und argumentiert, dass strukturelle Reformen – und keine kurzfristigen Lösungen – nötig seien, um Wohnraum langfristig bezahlbar und nachhaltig zu gestalten.

Aktuell konzentriert sich die GWG darauf, ihren Bestand zu optimieren statt zu erweitern. Die Haltung der Genossenschaft unterstreicht das grundsätzliche Dilemma, Bezahlbarkeit mit den Realitäten des modernen Wohnungsbaus in Einklang zu bringen. Ohne umfassende Reformen wird sich die Kluft zwischen Wohnraumbedarf und umsetzbaren Lösungen voraussichtlich weiter vergrößern.