Kreisumlage im Rhein-Kreis Neuss explodiert: Städte fordern dringend Reformen
Catrin KabusKreisumlage im Rhein-Kreis Neuss explodiert: Städte fordern dringend Reformen
Steigende Kosten setzen Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss massiv unter Druck. Die Kreisumlage – eine jährliche Pflichtabgabe der Kommunen an den Kreis – ist in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen. Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen fordert nun dringend Reformen, um die Haushalte vor Ort zu entlasten.
Zwischen 2021 und 2025 kletterte die Kreisumlage im Rhein-Kreis Neuss von etwa 450 auf 620 Euro pro Einwohner. In einigen Städten wie Neuss, Grevenbroich und Dormagen lag der Betrag im vergangenen Jahr sogar bei bis zu 700 Euro pro Person. Hauptgründe für den Anstieg sind gestiegene Sozialausgaben sowie Kosten für die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten.
Die wachsende Belastung schmälert die Spielräume für lokale Vorhaben. Schulen, Kitas, Straßeninstandhaltung und kommunale Projekte leiden unter den Kürzungen. Krützen warnt: Ohne Entlastung werde es für die Städte immer schwieriger, grundlegende Dienstleistungen und zukünftige Investitionen zu finanzieren.
Als Lösung unterstützt der Bürgermeister einen Vorschlag der kommunalen Spitzenverbände: ein verbindliches Sparziel von zwei Prozent, den sogenannten Globalen Minderaufwand, im Kreishaushalt. Damit ließe sich die finanzielle Belastung der Städte und Gemeinden begrenzen. Krützen betont, dies sei ein fairer Beitrag des Kreises – schließlich sei eine starke kommunale Selbstverwaltung entscheidend für Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt.
In Grevenbroich ist die Lage besonders prekär. Ab 2026 werden die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen voraussichtlich nicht mehr ausreichen, um die Kreisumlage vollständig zu decken – weitere Einschnitte sind unvermeidbar. Krützen pocht darauf, dass der Kreis mehr Verantwortung bei der Verteilung der Lasten übernehmen muss.
Ziel des geforderten Sparziels ist es, die kommunalen Finanzen im Rhein-Kreis Neuss zu stabilisieren. Ohne Kurskorrektur wird die steigende Kreisumlage weiterhin Investitionen in öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur behindern. Städte wie Grevenbroich stehen vor der schwierigen Aufgabe, Kreisvorgaben mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen.






