Lange Schlangen vor Berliner Tafeln: Ehrenamtliche starten dringende Spendenaktion
Catrin KabusLange Schlangen vor Berliner Tafeln: Ehrenamtliche starten dringende Spendenaktion
Lange Schlangen vor den Berliner Tafeln sorgen bei lokalen Verantwortlichen für Besorgnis. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe bezeichnete die Lage als ein "Alarmsignal an die Bundesregierung". Gleichzeitig verstärken Ehrenamtliche ihre Bemühungen, Bedürftige durch eine neue Spendenaktion zu unterstützen.
Die Zahl der Menschen, die auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind, hat sich seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine fast verdoppelt. Allein in Berlin verteilt die Organisation Tafel mittlerweile monatlich 660 Tonnen Lebensmittel. An 48 Ausgabestellen erhalten bedürftige Haushalte etwa 70.000 Mahlzeiten.
Um die Bestände aufzustocken, startete die Berliner Tafel ihre Osterkampagne "Noch eins!" – sie läuft noch bis zum 4. April 2026. Kundinnen und Kunden in 15 teilnehmenden Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland werden aufgefordert, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es an der Kasse den Ehrenamtlichen zu überlassen. Die Aktion hat bereits besonders gefragte Waren wie Kaffee und Schokolade eingebracht.
Hinter der Kampagne stehen Freiwillige wie Anne, Uschi und Marianne, die in einem Neuköllner Supermarkt Spenden sammeln. Anne, mit 33 Jahren die Jüngste im Team, arbeitet tagsüber in der Feinkostabteilung des KaDeWe. Die Tafel betreibt zudem ein Logistikzentrum und eine Flotte von 25 Lieferfahrzeugen, um sicherzustellen, dass die Lebensmittel bei denen ankommen, die sie dringend benötigen.
Bundesweit ist das Netzwerk der Tafeln auf etwa 940 Standorte angewachsen. Nordrhein-Westfalen führt mit über 150 Einrichtungen, gefolgt von Bayern mit rund 120 und Baden-Württemberg mit etwa 100.
Der steigende Bedarf an Lebensmittelhilfe unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen vieler Haushalte. Mit den Spenden aus der "Noch eins!"-Kampagne will die Berliner Tafel die wachsende Nachfrage decken. Die Organisation baut ihre Reichweite weiter aus – getragen von Ehrenamtlichen und einem gut organisierten Verteilungssystem.






