Lauterbachs Pflege-Reform droht Familien mit 1.800 Euro Extra-Kosten pro Jahr
Catrin KabusLauterbachs Pflege-Reform droht Familien mit 1.800 Euro Extra-Kosten pro Jahr
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Reformvorschläge für die Pflegeheimzuschüsse vorgelegt, die die Eigenbeteiligung der Bewohner erhöhen würden. In den ersten zwei Jahren eines Heimaufenthalts könnten auf Betroffene bis zu 1.800 Euro zusätzliche Kosten zukommen. Kritiker werfen dem Minister vor, damit frühere Zusagen zur Entlastung der Familien zu brechen.
Lauterbachs Plan zielt darauf ab, den Anstieg der staatlichen Zuschüsse zu bremsen und einen größeren Teil der Finanzlast auf die Bewohner abzuwälzen. Der Zweijahreszeitraum wurde gewählt, da die meisten Pflegebedürftigen nicht länger als diese Dauer in Heimen bleiben.
Bernd Meurer, Präsident des Pflegeverbandes BPA, verurteilte den Vorstoß scharf. Er verwies darauf, dass die SPD zuvor versprochen habe, die Eigenanteile auf 1.000 Euro zu begrenzen. Meurer betonte zudem, dass viele Familien durch die bereits hohen Zuzahlungen stark belastet seien – weitere Erhöhungen seien für sie nicht tragbar.
Laut Meurer würde der Minister mit seinem Plan Milliardenkosten direkt auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen abwälzen. Er warf Lauterbach vor, wiederholt Entlastungen angekündigt zu haben, nun aber Maßnahmen einzuführen, die genau das Gegenteil bewirkten.
Die geplanten Änderungen würden bedeuten, dass Bewohner in den ersten zwei Jahren im Pflegeheim deutlich mehr selbst zahlen müssten. Pflegeverbände warnen, dass die finanzielle Belastung für Familien, die bereits mit hohen Ausgaben kämpfen, weiter verschärft werden könnte. Die Bundesregierung hat auf die Kritik bisher nicht reagiert.






