01 January 2026, 07:16

Lüneburger Heide: Gute Ernte, aber schlechte Preise für Landwirte im Krisenjahr

Ein Plakat mit Text und einem Bild einer Henne.

Lüneburger Heide: Gute Ernte, aber schlechte Preise für Landwirte im Krisenjahr

Landwirte in der Lüneburger Heide haben ein gemischtes Jahr mit Herausforderungen und kleinen Erfolgen hinter sich. Während unberechenbares Wetter und globale Marktentwicklungen die Preise für Getreide und Kartoffeln belasteten, schnitten einige Kulturen besser ab als erwartet. Angesichts steigender Kosten und veränderter Nachfrage hofft die Branche nun auf politische Unterstützung.

Die diesjährige Ernte in der Lüneburger Heide wird als "gute Ernte zu schlechten Preisen" beschrieben. Zwar blieb der Regen hinter den Erwartungen zurück, doch die Erträge bei wichtigen Kulturen wie Mais und Kartoffeln übertrafen die früheren Prognosen. Das größte Problem bleiben die niedrigen Getreidepreise, die durch instabile Weltmärkte getrieben werden.

Der Kartoffelanbau in der Region expandiert weiterhin – die angebaute Fläche steigt jährlich um 5–7 %. Doch der Markt nähert sich der Sättigung, sodass den Erzeugern kaum noch Spielraum für weiteres Wachstum bleibt. Beim Maisanbau hingegen geht die angebaute Fläche zurück, da die Nachfrage aus Biogasanlagen sinkt. Dennoch fiel die diesjährige Maisernte im Landkreis besser als im Durchschnitt aus. Geflügelhalter hatten mit zusätzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, nachdem ein Ausbruch der Vogelgrippe zu vorzeitigen Schlachtungen zwang. In dieser Saison werden die Weihnachtsgänse daher kleiner und weniger zahlreich ausfallen.

Henrik Rump, ein Landwirt aus Norddrebber, leitet nun den Landvolk-Kreisverband Lüneburger Heide. Er folgte Jochen Oestmann aus Rethem in dieser Position nach. Rump, der auch Vorsitzender des Bauernverbandes Niedersachsen ist, fordert die Politik auf, stabile und praxisnahe Regelungen zu schaffen, die den lokalen Bedingungen der Landwirtschaft Rechnung tragen. Eine positive Entwicklung ist die Bestätigung, dass Landwirte im kommenden Jahr die volle Rückerstattung der Dieselsteuer erhalten werden. Ein einzelner Betrieb in der Region versorgt derzeit 147 Menschen mit Nahrungsmitteln – ein Beleg für die Produktivität des Sektors trotz anhaltender Belastungen.

Die Landwirtschaft in der Lüneburger Heide hat sich in einem unbeständigen Umfeld als widerstandsfähig erwiesen. Trotz besserer Erträge als erwartet und anhaltend niedriger Preise drängen die Landwirte auf gezielte politische Unterstützung. Das kommende Jahr wird zeigen, ob Maßnahmen wie die Dieselsteuerentlastung die größeren Herausforderungen durch Markt- und Klimaschwankungen ausgleichen können.