Mainzer Karnevalstradition pausiert: Kult-Sitzungen fallen zwei Jahre aus
Alex TintzmannMainzer Karnevalstradition pausiert: Kult-Sitzungen fallen zwei Jahre aus
Historische Mainzer Karnevalsgesellschaft setzt legendäre Sitzungen zwei Jahre aus
Die traditionsreiche Karnevalsgesellschaft Allerscheenste in Mainz hat eine zweijährige Pause ihrer berühmten Sitzungen angekündigt. Die für ihren scharfen Dialekt-Humor und lebendige Fastnachts-Treffen bekannte Gruppe wird 2025 und 2026 keine Veranstaltungen abhalten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 gilt der Verein als fester Bestandteil der Mainzer Karnevalskultur.
Als Grund für die Entscheidung nannte die Gesellschaft einen Mangel an neuen, engagierten Mitgliedern. Ohne ausreichend aktive Teilnehmer können die Sitzungen im Keller der Augustinerstraße-Kneipe – wo die Redner ehrenamtlich auftreten – nicht wie gewohnt stattfinden. Eine Mitgliedschaft erfordert regelmäßige Teilnahme an den Treffen und kostet lediglich 1,11 Euro Monatsbeitrag.
Seit 1996 verleiht die Allerscheenste den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Ihre Sitzungen, berühmt für derber Witz und lokalen Charme, ziehen seit Jahrzehnten Publikum an. Nun plant die Gruppe unter ihrem neuen Vorsitzenden Holger Bartz, der Karin Junker nachfolgt, eine Rückkehr im Jahr 2027. Bartz versprach, die beliebten Veranstaltungen nach der Pause wiederzubeleben.
Die Unterbrechung stellt eine seltene Zäsur für die Allerscheenste dar, die seit ihrer Gründung die Mainzer Fastnacht geprägt hat. Die Sitzungen sollen 2027 wiederaufgenommen werden – vorausgesetzt, der Verein gewinnt genug neue Mitglieder. Bis dahin ruhen die Kellertreffen und die jährliche Preisverleihung.