08 February 2026, 01:10

Mann aus Hannover wegen Ausbeutung nach Ahrtal-Flut verurteilt

Ein Ablaufdiagramm, das den Aufbau der Drogenhandelsorganisationen CNG und Los Cunis zeigt, einschließlich Fotos von Mitgliedern und Texten, die ihre Rollen beschreiben.

Mann aus Hannover wegen Ausbeutung nach Ahrtal-Flut verurteilt

Ein 37-jähriger Mann aus Hannover ist wegen Menschenhandels im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung sowie 300 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Angeklagte hatte mindestens vier Opfer während der Aufräumarbeiten in der von der Flut betroffenen Region ausgebeutet.

Der Mann warb Arbeiter mit falschen Versprechungen über faire Löhne und angemessene Arbeitsbedingungen an. Stattdessen quartierte er sie in Gemeinschaftsunterkünften ein und zwang sie zu langen Arbeitszeiten bei minimaler Bezahlung. Ein Opfer, damals erst 19 Jahre alt, arbeitete zwei Monate lang, erhielt jedoch lediglich zwei Zahlungen von je 50 Euro – angeblich für Verpflegung und die gemeinsame Unterkunft.

Ein weiteres Opfer war ein Monatsgehalt von 1.800 Euro versprochen worden, bekam aber in sechs Wochen Arbeit nur 50 Euro zusätzlich zur Gemeinschaftsunterkunft. Der Angeklagte gestand die Vorwürfe während des Prozesses und zahlte den Geschädigten rund 4.300 Euro als Entschädigung.

Bei dem Fall handelt es sich um die einzige bekannte Verurteilung wegen Zwangsarbeit im Zusammenhang mit der Ahrtal-Flut 2021. Bundesweit sind keine weiteren ähnlichen Ermittlungen bekannt geworden.

Das Urteil sieht eine Bewährungsstrafe sowie die Ableistung von gemeinnütziger Arbeit vor. Der Verurteilte hat die Opfer bereits finanziell entschädigt. Die Behörden haben keine weiteren Fälle von Menschenhandel in Verbindung mit der Katastrophe festgestellt.