Mercedes strebt 40-Stunden-Woche an – Gewerkschaften blockieren ohne Lohnausgleich
Catrin KabusMercedes strebt 40-Stunden-Woche an – Gewerkschaften blockieren ohne Lohnausgleich
Mercedes-Benz erwägt Änderungen der Arbeitszeiten, um steigende Kosten zu senken. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns, Martin Brudermüller, setzt sich für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ein. Die Gewerkschaften lehnen den Vorschlag jedoch ohne zusätzliche Bezahlung entschieden ab.
Aktuell arbeiten die Mercedes-Mitarbeiter in Deutschland eine 35-Stunden-Woche. Brudermüller argumentiert, dass eine Ausweitung auf 40 Stunden notwendig sei, um die Personalkosten zu reduzieren und global wettbewerbsfähig zu bleiben. Die strukturellen Kosten in Deutschland lägen bereits über denen anderer Märkte, so der Vorstand.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, weist den Plan zurück. Er verweist darauf, dass einige deutsche Werke bereits unterausgelastet seien – längere Arbeitszeiten wären daher wirkungslos. Zudem bestehe Lümali darauf, dass Lohnverhandlungen mit der IG Metall und der Arbeitgebervereinigung geführt werden müssten, da Mercedes solche Änderungen nicht allein aushandeln könne.
Das Unternehmen bestätigt zwar, nach Wegen zur Effizienzsteigerung zu suchen, betont aber, dass derzeit keine offiziellen Gespräche über eine Abschaffung der 35-Stunden-Woche stattfinden. Vorerst bleibt die Regelung also bestehen. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Sparmaßnahmen und Tarifvereinbarungen. Jede Anpassung der Arbeitszeiten würde umfassende Verhandlungen mit den Gewerkschaften erfordern.
