Messerangriff in Göttingen: Opfer stabil, Tatverdächtiger auf freiem Fuß
Herbert RennerMesserangriff in Göttingen: Opfer stabil, Tatverdächtiger auf freiem Fuß
Bei einem Messerangriff in Göttingen wurde ein 23-jähriger Mann schwer verletzt. Das Opfer, das der linken Szene zugerechnet wird, befindet sich weiterhin im Krankenhaus, sein Zustand ist jedoch stabil und nicht mehr lebensbedrohlich.
Ein 17-jähriger Tatverdächtiger wurde zunächst im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Jugendliche könnte aus Notwehr gehandelt haben. Vor seiner Festnahme war der Teenager von unbekannten Personen online fälschlich als Angreifer benannt und mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung gebracht worden.
Aufgrund seiner Verletzungen konnte das Opfer bisher keine Aussage machen. Unterdessen kam es nach dem Vorfall zu öffentlichen Protesten. Rund 600 Menschen versammelten sich am Sonntagabend, um gegen rechtsextreme Gewalt zu demonstrieren. Eine weitere Kundgebung mit etwa 700 Teilnehmenden fand am Montag unter dem Motto gegen faschistische Gewalt statt.
Der linke Politiker Ferat Koçak kritisierte während der Proteste die CDU. Er warf der Partei vor, durch „rassistische Sündenbockpolitik“ rechtsextreme Gruppen zu befördern.
Der Tatverdächtige bleibt vorerst auf freiem Fuß, während die Ermittlungen andauern. Die Genesung des Opfers verläuft positiv, doch eine Befragung durch die Behörden steht noch aus. Die Proteste in Göttingen haben die politischen Spannungen unterstrichen, die mit dem Fall und seinem Umfeld verbunden sind.






