Mit 73 noch im Einsatz: Warum dieser Apotheker nicht in Rente geht
Mit 73 Jahren hätte Klaus Rabe längst in Rente sein können. Doch statt den Ruhestand zu genießen, arbeitet der ehemalige Apotheker heute als Vertretungsapotheker und reist quer durch Deutschland, um dort einzuspringen, wo er gebraucht wird. Seine Entscheidung hat sowohl finanzielle Gründe als auch seine Leidenschaft für den Beruf.
Rabe begann seine Laufbahn in den frühen 1980er-Jahren, als er in Kiel seine erste Apotheke eröffnete. Mit der Zeit baute er sein Geschäft auf vier Filialen aus, bevor er es 2018 verkaufte. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein – eine Position, die ihm tiefgehende Einblicke in die Branche verschaffte.
Seitdem hat er in rund 40 verschiedenen Apotheken gearbeitet, und das innerhalb von nur acht Jahren. Seine Einsätze reichen von Urlaubsvertretungen bis hin zu kurzfristigen Notfällen. Die Flexibilität kommt ihm entgegen: keine Aktenberge, keine Managementaufgaben, einfach nur die Arbeit, die ihm Freude macht.
Doch die Branche hat sich verändert. Allein in den letzten neun Jahren hat Rabe miterlebt, wie mindestens acht Apotheken schließen mussten. Weniger Filialen bedeuten zwar weniger Bedarf an Vertretungskräften, doch seine Erfahrung und Anpassungsfähigkeit machen ihn nach wie vor gefragt. Kollegen schätzen, wie schnell er sich in neue Teams einfindet – das macht ihn zu einer verlässlichen Lösung für vorübergehende Engpässe.
Für Rabe ist die Vertretungstätigkeit eine Möglichkeit, aktiv zu bleiben, ohne die Lasten einer eigenen Apotheke tragen zu müssen. Der Job hält ihn mit dem Berufsfeld verbunden, ohne den Druck einer Unternehmensführung. Solange seine Fähigkeiten gebraucht werden, will er weitermachen.






