Münchner "Marsch für das Leben" zieht Tausende an – Proteste und Blockaden
Catrin KabusMünchner "Marsch für das Leben" zieht Tausende an – Proteste und Blockaden
Tausende versammelten sich am Samstag in München zum sechsten jährlichen Marsch für das Leben. Die Veranstaltung zog Schätzungen zufolge zwischen 4.500 und 7.000 Teilnehmer an – je nachdem, ob man die Angaben der Polizei oder der Organisatoren zugrunde legt. Gleichzeitig demonstrierten etwa 1.500 Gegenprotestler gegen die Botschaft des Marsches.
Die Teilnehmer forderten eine "Kultur des Lebens" und lehnten Abtreibungsrechte ab. Die Organisatoren deuteten die hohe Beteiligung als direkte Reaktion auf den wachsenden Druck von Abtreibungsbefürwortern. Silja Fichtner, Vorsitzende von "Stimme der Ungeborenen", bekräftigte die Position der Gruppe, das Leben vom Zeitpunkt der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu schützen.
An einer Stelle blockierten Gegenprotestler eine Straße, wodurch der Marsch für etwa 45 Minuten zum Stillstand kam. Trotz der Unterbrechung verlief die Veranstaltung wie geplant. Mehrere römisch-katholische Bischöfe übermittelten den Teilnehmern zudem Solidaritätsbekundungen.
Der nächste Marsch für das Leben ist bereits für den 19. September angesetzt, mit Veranstaltungen in Berlin und Köln. Die Münchner Demonstration unterstrich die anhaltende Spaltung in der deutschen Debatte über Abtreibungsrechte. Mit einer weiteren Großveranstaltung im September zeigen Organisatoren und Unterstützer Entschlossenheit, ihre öffentliche Kampagne fortzuführen. Nach der vorübergehenden Unterbrechung am Samstag werden Polizei und Veranstalter die Mengeleitung vermutlich neu bewerten.






