Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Gerdi BaumNach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Historische Apotheke in Angermünde schließt nach über 400 Jahren
Die Alte Apotheke in Angermünde, eine der ältesten Apotheken Deutschlands, hat 2025 ihre Türen für immer geschlossen. Betrieben seit 2014 vom Apotheker Christian Toll, musste das traditionsreiche Haus aufgrund von Personalmangel den Betrieb einstellen. Den Ausschlag gab der Rücktritt der Filialleiterin, für die sich trotz intensiver Suche kein Ersatz finden ließ.
Toll hatte die Alte Apotheke 2014 übernommen, fasziniert von ihrer langen Geschichte und dem besonderen Charme des Gebäudes, das seit mehr als vier Jahrhunderten als Apotheke diente und zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden war. Doch trotz seiner Verbundenheit mit dem Ort wurde es zunehmend schwieriger, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Der endgültige Schlag kam mit dem Weggang der Filialleitung. Vergeblich suchte Toll nach einer Nachfolge – ohne Erfolg. Nun bleiben ihm 12 Mitarbeiter in seiner Hauptapotheke, darunter vier ehemalige Beschäftigte der Alten Apotheke.
Der Mietvertrag für das historische Gebäude läuft inzwischen aus, und bereits haben sich Unternehmen aus anderen Branchen für die Räumlichkeiten interessiert. Währenddessen verzeichnete Brandenburg 2025 eine leichte Erholung im Apothekensektor: Bei zehn Schließungen eröffneten vier neue Standorte. Zum Jahresende waren im Land noch 523 Apotheken in Betrieb.
Bundesweit gab es Ende 2025 noch 16.601 Apotheken – fast 18 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Toll, der zwar nicht in Rente gehen will, räumt ein, dass die beruflichen Anforderungen ihm zunehmend die Freude an der Arbeit nehmen.
Mit der Schließung der Alten Apotheke endet für Angermünde eine Ära. Das Gebäude, das seit den 1600er-Jahren der Gemeinde diente, wird voraussichtlich eine neue Nutzung erfahren. Zwar stabilisierte sich die Apothekenlandschaft in Brandenburg 2025 leicht, doch der Sektor bleibt bundesweit unter Druck – durch Fachkräftemangel und eine schrumpfende Zahl an Standorten.






