Neue Karten zeigen ungenutztes Geothermie-Potenzial in Niedersachsen auf
Catrin KabusNeue Karten zeigen ungenutztes Geothermie-Potenzial in Niedersachsen auf
Eine neue Kartenserie soll helfen, die Nutzung von tiefer Geothermie in ganz Niedersachsen zu erschließen. Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) hat die Daten veröffentlicht, um Kommunen, Planer und Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Förderung zu unterstützen. Die Nachfrage nach dieser erneuerbaren Energiequelle steigt bei lokalen Behörden und energieintensiven Verbrauchern in der Region rasant an.
Die Karten konzentrieren sich auf uralte Gesteinsschichten, die über 200 Millionen Jahre alt sind und zur Exter-Formation aus der Keuper-Zeit gehören. Diese Schichten können bis zu 2.600 Meter tief liegen, wo die Temperaturen oft über 100 Grad Celsius betragen. Solche Bedingungen machen sie ideal für die Gewinnung geothermischer Energie.
Tiefe Geothermieanlagen funktionieren, indem Bohrlöcher – meist zwischen 2.000 und 3.500 Meter tief – in wasserführende Sandsteinschichten abgeteuft werden. Die darin gespeicherte Thermalwärme wird an der Oberfläche mit Wärmetauschern nutzbar gemacht und anschließend für Heizzwecke oder zur Stromerzeugung eingesetzt. Die neuen Karten basieren auf Daten aus über 1.100 Tiefbohrungen in ganz Niedersachsen.
Obwohl Norddeutschland über ein beträchtliches, noch ungenutztes Geothermie-Potenzial verfügt, haben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung bisher gebremst. Die Online-Karten des NGD sollen diese Unsicherheiten verringern, indem sie die vielversprechendsten Standorte identifizieren. Behörden hoffen, dass dies die Nutzung der tiefen Geothermie als zentralen Baustein der Energiewende in der Region beschleunigt.
Die Karten stehen nun online für die öffentliche und gewerbliche Nutzung zur Verfügung. Sie bieten detaillierte Einblicke, wo in Niedersachsen geothermische Projekte erfolgreich umgesetzt werden könnten. Angesichts der steigenden Nachfrage wird erwartet, dass die Daten eine entscheidende Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energieinfrastruktur in der Region spielen werden.






