Neuköllns SPD-Stadträtin Janine Wolter wegen Israel-Posts gerügt – doch sie bleibt Kandidatin
Catrin KabusNeuköllns SPD-Stadträtin Janine Wolter wegen Israel-Posts gerügt – doch sie bleibt Kandidatin
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die Stadträtin Janine Wolter (SPD) offiziell wegen ihrer Aktivitäten auf Instagram gerügt. Die Politikerin steht weiterhin zu ihrer Haltung zu den Menschenrechten in Israel und Palästina, hat sich jedoch inzwischen von einer umstrittenen Influencerin distanziert. Der Streit dreht sich um Beiträge zum Nahostkonflikt, die Wolter im Herbst des vergangenen Jahres geteilt hatte.
Die SPD-Politikerin Janine Wolter hatte Inhalte einer politischen Influencerin gelikt oder weitergeleitet, die für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Die fraglichen Posts erschienen im Herbst 2025 und bezogen sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud-Flotille“.
Die CDU-Fraktion in Neukölln hatte Bedenken gegen Wolters Online-Verhalten geäußert und damit eine offizielle Prüfung angestoßen. Hikel warf ihr vor, es an Zurückhaltung fehlen zu lassen und die von einer Stadträtin erwartete Neutralität nicht zu wahren. Wolter räumte daraufhin ein, den betreffenden Beitrag geteilt zu haben, und versprach, künftig keine Inhalte der Influencerin mehr zu verbreiten.
Trotz der Kontroverse wurde Wolter vom SPD-Kreisvorstand Neukölln als Kandidatin für die Nachfolge Hikels als Bezirksbürgermeisterin nominiert. Ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt. Hikel selbst kündigte unterdessen an, nicht erneut anzutreten – als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei.
Wolter bleibt damit Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin und steht weiterhin zu ihrem Engagement für die Menschenrechte. Die Rüge unterstreicht die anhaltenden Spannungen um politische Äußerungen in sozialen Medien. Ihre künftige Rolle in der Neuköllner Führung hängt nun vom Ausgang des anstehenden Auswahlverfahrens ab.
