15 February 2026, 19:14

Niedersachsen deckt massenhaft Steuerlücken bei Influencern auf – über 270.000 Euro nachgefordert

Eine alte Werbung für die Germania-Feuer-Versicherungsgesellschaft, die ein zentrales Bild einer Frau und Textbeschreibungen der Dienstleistungen der Gesellschaft enthält.

Niedersachsen deckt massenhaft Steuerlücken bei Influencern auf – über 270.000 Euro nachgefordert

Steuerbehörden in Niedersachsen verschärfen Kontrollen bei Influencern und digitalen Steuerzahlern

Seit 2017 gehen die Finanzämter in Niedersachsen gezielt gegen Steuerhinterziehungen bei Influencern und digital tätigen Selbstständigen vor. Eine eigens eingerichtete Sonderermittlungsgruppe hat seitdem Hundertfälle geprüft – mit Ergebnis: In fast der Hälfte der untersuchten Fälle wurden nicht deklarierte Steuereinnahmen aufgedeckt. Damit folgt das Land ähnlichen Initiativen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wo Einkünfte aus sozialen Medien zunehmend unter die Lupe genommen werden.

Ein spezialisiertes Team im Landesamt für Steuern Niedersachsen widmet sich seit 2017 der Prüfung von Influencern und Online-Verdienenden. Bisher verschickte die Behörde 258 Prüfungsanordnungen. Von den 233 bereits bearbeiteten Fällen wurden 55 vollständig abgearbeitet – in 22 davon mussten Steuernachzahlungen in Höhe von insgesamt 276.449 Euro geleistet werden.

Die Ermittlungen gestalten sich jedoch komplex: Die Einkommensquellen von Influencern sind vielfältig und oft schwer nachvollziehbar. Werbeeinnahmen, Sponsoring-Verträge oder Provisionen aus Affiliate-Links fließen über verschiedene Kanäle – für die Finanzbeamten ist es häufig schwierig, die steuerpflichtigen Beträge genau zu beziffern. Dennoch entspricht der Anteil der Beanstandungen in etwa dem anderer freiberuflich Tätiger.

Um die Kontrollen zu verbessern, setzt Niedersachsen auf gezielte Schulungen. Neue Prüfer erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung Unterrichteinheiten zum Thema Influencer-Besteuerung, während erfahrene Mitarbeiter in Workshops und Fallstudien ihr Wissen zu digitalen Einkommensmodellen vertiefen. Anders als einige Bundesländer hat Niedersachsen jedoch keine eigenen Abteilungen für Influencer eingerichtet und erfasst auch nicht systematisch deren Standorte.

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Das Vorgehen ähnelt den Maßnahmen in anderen Regionen, wo Steuerfahnder Social-Media-Daten auswerten, um Ungereimtheiten aufzudecken. Vorreiter sind hier Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – konkrete Zahlen aus diesen Ländern liegen allerdings nicht vor.

Allein in Niedersachsen konnten durch die verschärften Kontrollen bereits über 270.000 Euro an Steuernachzahlungen eingezogen werden. Mit fortlaufenden Schulungen und zielgerichteten Prüfungen wollen die Behörden Lücken bei der Meldung digitaler Einkünfte schließen. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Steuercompliance von Influencern auch in den kommenden Jahren ein zentrales Thema bleiben wird.