Niedersachsen fordert mehr Flexibilität bei der umstrittenen Krankenhausreform der Ampel
Alex TintzmannMinister drängt Bundesregierung zum schnelleren Krankenhausreform - Niedersachsen fordert mehr Flexibilität bei der umstrittenen Krankenhausreform der Ampel
Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi hat die Bundesregierung aufgefordert, im anhaltenden Streit um die Krankenhausreform weitere Zugeständnisse zu machen. Die Reform, die von der Ampelkoalition Anfang 2025 auf den Weg gebracht wurde, zielt darauf ab, die Zahl der Krankenhäuser zu verringern und die Spezialisierung auf komplexe Behandlungen auszubauen. Philippi kritisiert die mangelnde Flexibilität der aktuellen Pläne, insbesondere für große Flächenländer wie sein eigenes.
Die Landesregierung Niedersachsens hat offiziell vier zentrale Änderungen an der Reform beantragt. Dazu gehören die Ausweitung von Ausnahmegenehmigungen für die Zuordnung von Leistungsgruppen sowie eine weiter gefasste Definition von Krankenhausstandorten, die über die bisherige Zwei-Kilometer-Regel hinausgeht. Zudem fordert das Land, dass der Transformationsfonds bestehende Krankenhausstrukturen unterstützt und die Anpassung der Erhaltungszulagen vor dem Ende der haushaltsneutralen Phase ermöglicht wird.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat mit 46 Änderungsvorschlägen reagiert. Zwar bieten diese gewisse Spielräume bei den Bedingungen für den Transformationsfonds und den Mindestvorgaben für Erhaltungszulagen, doch bei der Definition von Krankenhausstandorten bleiben sie weitgehend unverändert. Philippi wirft Warken vor, keine klare Haltung zu zeigen, und warnt, dass Verzögerungen in den Verhandlungen den Konflikt in eine Schlichtung treiben könnten.
Philippi betonte die Notwendigkeit schnellerer Fortschritte und forderte die Bundesbehörden auf, größere Kompromissbereitschaft zu zeigen. Zwar räumte er einige Verbesserungen in den Vorschlägen ein, bestand jedoch darauf, dass weitere Anpassungen nötig seien, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu sichern.
Im Kern geht es in dem Streit darum, die Reformziele mit den Bedürfnissen der ländlichen Regionen in Einklang zu bringen. Niedersachsens Forderungen konzentrieren sich darauf, bestehende Krankenhausstrukturen zu erhalten und gleichzeitig die neuen Spezialisierungsvorgaben umzusetzen. Ohne weitere Zugeständnisse könnte die Pattsituation nur durch eine Schlichtung gelöst werden.






