18 February 2026, 05:09

Niedersachsen leidet unter akutem Ärztemangel – besonders auf dem Land

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Deutschland, die verschiedene Regionen zeigt, sowie begleitenden Text, der zusätzliche Informationen bietet.

"Wut im Bauch" - wo der Arztmangel in Niedersachsen Frust auslöst - Niedersachsen leidet unter akutem Ärztemangel – besonders auf dem Land

Niedersachsen kämpft mit massivem Ärztemangel – besonders auf dem Land

In Niedersachsen herrscht ein gravierender Mangel an Ärzten, vor allem in ländlichen Regionen. Patienten müssen weite Strecken zurücklegen oder warten wochenlang auf Termine, während Hausarztpraxen und Facharztstellen unverfüllt bleiben. Die Landesregierung hat nun Maßnahmen angekündigt, um die Krise zu bewältigen – darunter mehr Studienplätze in der Medizin und Anreize für Niederlassungen auf dem Land.

Das Problem hat sich über Jahre verschärft. Im Dezember waren landesweit 447 Hausarztstellen unbesetzt, besonders betroffen sind die ländlichen Gebiete. Holger Plochg, Hausarzt in Bunde, verzeichnet seit 1997 eine Verdreifachung der Patientenzahlen – doch sein Team wurde nicht verstärkt. Der Dermatologe Bernd Brinker aus Weener behandelt regelmäßig Patienten, die bis zu 80 Kilometer anreisen, weil vor Ort keine Ärzte verfügbar sind.

Niedersachsen verfügt bereits über die wenigsten Medizinstudienplätze pro Einwohner aller Bundesländer – mit Ausnahme von Bremen und Brandenburg. In diesem Jahr kommen 80 zusätzliche Plätze an den Universitäten Oldenburg, Hannover und Göttingen hinzu. Ein Zehn-Punkte-Plan sieht zudem eine Landarztquote vor: Studienplätze werden für angehende Mediziner reserviert, die sich verpflichten, in unterversorgten Regionen zu arbeiten.

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Dr. Plochg begrüßt die Schritte, hält sie aber für unzureichend. Er fordert eine deutlich schnellere Ausweitung der ärztlichen Ausbildung, um den steigenden Bedarf zu decken. Ohne mehr Ärzte in absehbarer Zeit werde die Grundversorgung in ländlichen Gemeinden weiter leiden.

Die neuen Maßnahmen des Landes zielen darauf ab, den Ärztemangel durch mehr Ausbildungsmöglichkeiten und gezielte Anwerbung für ländliche Regionen zu lindern. Doch mit Hunderten unbesetzten Stellen könnten Patienten in abgelegenen Gebieten weiterhin mit langen Wartezeiten und weiten Wegen rechnen. Der Erfolg des Plans hängt davon ab, wie schnell neue Mediziner in den Beruf einsteigen – und sich für eine Tätigkeit auf dem Land entscheiden.