Niedersachsen testet nahtlose Jobwechsel – ohne Arbeitslosigkeit zwischen zwei Stellen
Herbert RennerVom Job zum Job: Wie das Land Arbeitslosigkeit vermeiden will - Niedersachsen testet nahtlose Jobwechsel – ohne Arbeitslosigkeit zwischen zwei Stellen
Niedersachsen startet Modellprojekt für direkten Jobwechsel ohne Arbeitslosigkeit
Mit der neuen Initiative "Jobwechsel jetzt!" (Shifting Work!) will Niedersachsen Arbeitnehmern den direkten Übergang zwischen zwei Stellen erleichtern – ohne Zwischenphase der Arbeitslosigkeit. Das Pilotvorhaben startet in Hildesheim und soll später landesweit ausgebaut werden. Ziel sei es, den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche, hieß es aus der Regierung von Niedersachsen.
Das auf zwei Jahre angelegte Projekt (2026–2028) wird mit rund 530.000 Euro aus dem Wirtschaftsförderfonds unterstützt. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betonte, dass nahtlose Jobwechsel entscheidend seien, um strukturelle Veränderungen zu bewältigen und Entlassungen zu vermeiden.
Federführend ist die Niedersächsische Transformationsagentur, die als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und weiteren Partnern fungiert. Die IG Metall, der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall und die Bundesagentur für Arbeit haben ihre enge Zusammenarbeit zugesagt.
Kernaufgaben wie Stellenvermittlung und berufliche Weiterbildung bleiben bei den bestehenden Einrichtungen. Das Netzwerk konzentriert sich darauf, Betriebe mit Personalabbau und solche mit Fachkräftebedarf zusammenzubringen. Bisher haben sich noch keine Unternehmen aus Niedersachsen öffentlich für die Hildesheimer Testphase angemeldet; auch konkrete Berufsgruppen oder Qualifikationen mit Priorität bei der Vermittlung wurden noch nicht benannt.
Im Mittelpunkt steht der Erhalt von Arbeitsplätzen durch direkte Weiterbeschäftigung. Bei Erfolg könnte das Modell flächendeckend in Niedersachsen eingeführt werden. Die Regierung von Niedersachsen sieht darin einen wichtigen Baustein, um Arbeitslosigkeitsrisiken in wirtschaftlichen Übergangsphasen zu verringern.