Niedersachsens Apotheken kämpfen ums Überleben – Verband warnt vor dramatischen Folgen
Gerdi BaumNiedersachsens Apotheken kämpfen ums Überleben – Verband warnt vor dramatischen Folgen
Der Niedersächsische Apothekerverband (LAV) warnt, dass viele lokale Apotheken in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ohne dringende Änderungen drohen Stellenabbau und eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Der Verband fordert die Politik auf, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Sektor zu verbessern, bevor es zu spät ist.
Der LAV kritisiert den aktuellen Entwurf des Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetzes scharf, da dieser keine Erhöhung der Abgabegebühren vorsieht. Bleiben die Gebühren unverändert, könnten viele Apotheken kaum noch wirtschaftlich arbeiten – mit der Folge von Schließungen und Arbeitsplatzverlusten. Zudem betont der Verband, dass eine reduzierte Versorgung die Bevölkerung direkt in ihrer Gesundheitsversorgung treffen würde.
Apotheken spielen eine zentrale Rolle in der lokalen Wirtschaft, da sie durch Gewerbesteuern die Haushalte der Kommunen stärken. Schließungen würden nicht nur Arbeitsplätze kosten, sondern auch wichtige Einnahmen für Städte und Gemeinden wegbrechen. Besonders betroffen wäre die Situation von Frauen, die mit einem Anteil von 89,2 Prozent den Großteil der Apothekenbeschäftigten stellen.
Um die Krise abzuwenden, schlägt der LAV vor, die Abgabegebühr auf mindestens 9,50 Euro anzuheben. Niedersachsen setzt sich jedoch für einen Mindestbetrag von 12 Euro ein. Der Verband wies zudem darauf hin, dass Apotheken flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten – ein entscheidender Faktor für viele Frauen, um Beruf und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Ohne stärkere finanzielle Unterstützung könnten diese Vorteile verloren gehen.
Die Warnungen des LAV zeigen: Untätigkeit hätte gravierende Folgen für Apotheken und Kommunen gleichermaßen. Höhere Abgabegebühren könnten Arbeitsplätze sichern, die medizinische Versorgung aufrechterhalten und die Einnahmen der Gemeinden stabilisieren. Nun liegt es an den politischen Entscheidungsträgern, den Gesetzesentwurf entsprechend anzupassen.






