Niedersachsens Friseure kämpfen gegen Rückforderung von Corona-Hilfen aus 2020
Friseure wehren sich gegen Corona-Rückforderungsforderungen - Niedersachsens Friseure kämpfen gegen Rückforderung von Corona-Hilfen aus 2020
Tausende Friseurbetriebe in Niedersachsen sehen sich mit Forderungen konfrontiert, während der Corona-Pandemie erhaltene Notfallhilfen aus dem Jahr 2020 zurückzuzahlen. Die Landesinnung des Friseurhandwerks wehrt sich nun mit einer offiziellen Petition gegen diese Rückforderungsansprüche und warnt, dass die Rückzahlungen viele Salons an den Rand der Schließung treiben könnten.
Die Innung argumentiert, die meisten Salonbesitzer seien damals davon ausgegangen, dass es sich bei den Zuschüssen um nicht rückzahlbare Leistungen handele, als diese während der pandemiebedingten Lockdowns bewilligt wurden.
Im Jahr 2020 hatten alle 16 Bundesländer Notfallhilfeprogramme aufgelegt, um Branchen zu unterstützen, die unter den Corona-Beschränkungen litten. Das niedersächsische Programm sah für Friseure Zuschüsse von bis zu 10.000 Euro für die Schließzeiten im November und Dezember jenes Jahres vor. Ähnliche Programme in anderen Ländern wie Baden-Württemberg gewährten zwischen 5.000 und 15.000 Euro – abhängig von den entgangenen Einnahmen.
Die Betriebe beantragten die Mittel über die Wirtschaftsministerien der Länder und reichten Nachweise über die Lockdown-Folgen ein. Viele Saloninhaber gingen damals davon aus, das Geld nicht zurückzahlen zu müssen. Nun jedoch besteht die NBank – die Förderbank des Landes – darauf, dass die Rückzahlungsbedingungen von Anfang an Teil der Richtlinien gewesen seien. Ihre Position lautet, die Hilfen sollten kurzfristige finanzielle Engpässe lindern, nicht aber als dauerhafte Subvention dienen.
Laut Schätzungen der Friseurinnung erhielten über 7.500 Salons in Niedersachsen solche Zuschüsse, meist in Höhe von 9.000 bis 15.000 Euro. Würden alle zur Rückzahlung auch nur des niedrigeren Betrags verpflichtet, belief sich die Summe auf über 67,5 Millionen Euro. Die Innung warnt, dass solche Forderungen nun die Existenz vieler kleiner Betriebe bedrohen, die sich noch immer von den Pandemie-Folgen erholen.
Um gegen die Rückforderungsbescheide vorzugehen, hat die Innung eine Petition an den Landtag gestartet. Wird diese angenommen, haben die Initiatoren sechs Wochen Zeit, 5.000 Unterschriften zu sammeln. Der Petitionsausschuss wird den Antrag voraussichtlich am 18. Februar prüfen.
Über die lokale Kampagne hinaus drängt die Innung die Landesregierung Niedersachsens zudem, sich auf Bundesebene für einen Stopp aller Rückforderungsansprüche einzusetzen. Ihr Argument: Die Durchsetzung der Rückzahlungen jetzt untergrabe den ursprünglichen Zweck der Hilfen – nämlich Betriebe in der Krise über Wasser zu halten.
Das Ergebnis der Petition wird entscheiden, ob Salonbesitzer tausende Euro an Notfallhilfen zurückzahlen müssen. Eine Entscheidung des Petitionsausschusses wird nach der Sitzung am 18. Februar erwartet.
Scheitert die Kampagne, könnten die Rückforderungen laut den Berechnungen der Innung im Friseurgewerbe des Landes insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.
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