31 January 2026, 23:17

Nordhorn gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Zeremonie in der Kreuzkirche

Ein Gebäude mit einer Gedenktafel, einem Fenster, einer Tür, einem Licht, einer Kette und einigen Pflanzen, die Holocaust-Opfer und Kriegsopfer gedenken.

Nordhorn gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Zeremonie in der Kreuzkirche

Feierliche Gedenkveranstaltung in Nordhorn für die Opfer der NS-Verfolgung

In Nordhorn fand eine würdevoll gestaltete Gedenkfeier für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung statt. Rund 100 Menschen versammelten sich in der Kreuzkirche, um des jährlichen Gedenktages zu begehen. Die Veranstaltung umfasste Reden, künstlerische Darbietungen und die ergreifende Zeugenaussage eines Überlebenden, die an die Gräueltaten des Holocaust erinnerten.

Die Moderatorin Marianne Schnelle eröffnete die Gedenkstunde und begrüßte die Anwesenden in der Kirche. Im Mittelpunkt der Zeremonie stand das Schicksal der 1.224 Jüdinnen und Juden, die am 23. Juni 1943 vom Durchgangslager Vught in den Niederlanden nach Sobibor deportiert wurden. Historische Aufzeichnungen belegen, dass fast alle unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden. Nur wenige – darunter 18 Kinder – wurden vorübergehend verschont, bevor auch sie noch im selben Jahr getötet wurden.

Bürgermeister Thomas Berling richtete sich in einer Rede an die Versammelten und betonte die Notwendigkeit, sich an die systematischen Massenmorde des NS-Regimes zu erinnern. Seine Worte unterstrichen das Ausmaß des Holocaust und die Bedeutung, das Gedenken daran wachzuhalten.

Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule trugen mit einer theatralischen Aufführung und einem Videoprojekt zur Veranstaltung bei. Ihre Arbeiten zeigten fiktive Postkarten aus der Perspektive lokaler NS-Opfer und schafften so eine persönliche Verbindung zur Vergangenheit.

Der Holocaust-Überlebende Lodewijk van Mourik teilte sein Lebenszeugnis mit dem Publikum. Seine Erzählung vermittelte trotz aller erlittenen Schrecken eine Botschaft von Widerstandskraft und Hoffnung. Musikerinnen und Musiker der Nordhorner Musikschule umrahmten die Feier mit klangvollen Beiträgen und verleihen der Veranstaltung eine nachdenkliche Atmosphäre.

Die Gedenkveranstaltung in Nordhorn vereinte Überlebende, Jugendliche und Bürgerinnen und Bürger, um der im Holocaust ermordeten Menschen zu gedenken. Durch Reden, Darbietungen und Musik wurde dafür gesorgt, dass die Geschichten der Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Die Zusammenkunft stand als Mahnmal für die anhaltenden Folgen der NS-Verbrechen – über Generationen hinweg.