Öffentlicher Nahverkehr kämpft um Überleben durch explodierende Spritkosten
Herbert RennerÖffentlicher Nahverkehr kämpft um Überleben durch explodierende Spritkosten
Öffentlicher Nahverkehr in Deutschland steht vor schweren Problemen, da die Kraftstoffkosten weiter steigen. Busunternehmen – vor allem kleinere Betreiber – warnen, dass einige Strecken stillgelegt werden müssten, falls die Preise weiter klettern. Die Lage hat zu dringenden Forderungen nach politischer Unterstützung geführt, um Einschnitte im Angebot zu verhindern.
Die Krise hat sich seit der COVID-19-Pandemie zugespitzt: Die Unternehmen kämpften bereits mit höheren Energiekosten, doch nun belaufen sich die monatlichen Spritrechnungen für Busbetriebe auf mehrere hunderttausend Euro mehr – für manche ein existenzbedrohendes Ausmaß.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schlägt Alarm und warnt, dass lokale Netze schrumpfen könnten, wenn die Kosten nicht tragbar bleiben. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wie der Landesverband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) betont: Unrentable Strecken drohten als Erstes gestrichen zu werden.
Alexander Möller, beim VDV für den Öffentlichen Verkehr zuständig, fordert die Politik zum Handeln auf. Ohne zusätzliche Mittel, so seine Warnung, könnten sowohl das Angebot als auch die Ticketpreise ins Wanken geraten. Der Bund stellt derzeit rund 12 Milliarden Euro pro Jahr für die Subventionierung des Nahverkehrs bereit. Doch die Länder rechnen vor, dass bis 2031 weitere 14 Milliarden Euro nötig sein werden, um den aktuellen Betrieb nur aufrechtzuerhalten.
Bleiben die Spritpreise hoch, könnten kleinere Busunternehmen ganz schließen müssen. Die Streichung von Linien würde vor allem ländliche Gemeinden treffen, wo es oft kaum Alternativen gibt. Ohne weitere finanzielle Unterstützung bleibt die Zukunft vieler lokaler Verkehrsangebote ungewiss.






