09 March 2026, 20:29

Pappeln als Goldgrube: Wie Landwirte mit Agroforstwirtschaft ihre Gewinne verdoppeln

Ein kleines Metallgitter inmitten eines Waldes, umgeben von Bäumen und Pflanzen.

Pappeln als Goldgrube: Wie Landwirte mit Agroforstwirtschaft ihre Gewinne verdoppeln

Ein Forschungsprojekt in Deutschland zeigt, dass schnell wachsende Pappeln Landwirten höhere Gewinne bringen können. Die Initiative PoplarValue, geleitet von Wissenschaftlern und Industriepartnern, hat den Nettoertrag pro Hektar in nur fünf Jahren mehr als verdoppelt. Aktuelle Ernten in Niedersachsen belegen nun, wie agroforstliche Systeme Pappelholz zu einer lukrativen und nachhaltigen Kultur machen können.

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In Drögennindorf, Niedersachsen, fällt ein schwerer Bagger Reihen neunjähriger Pappeln. Die Bäume, die im Rahmen eines Agroforstsystems angepflanzt wurden, weisen mittlerweile einen Durchmesser von etwa 35 Zentimetern auf. Nach dem Einschlag wird das Holz im Herbst zu Hackschnitzeln verarbeitet und als Biomasse-Brennstoff verkauft.

Das Projekt PoplarValue, unter der Leitung von Gabriele Kowalski-Ludwig vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, arbeitet eng mit der Lignovis GmbH zusammen, um diese Systeme weiterzuentwickeln. Die Forscher analysieren Wachstumsraten, vergleichen verschiedene Pappelsorten und messen, wie effizient die Ernte des Holzes erfolgen kann. Ihr Ziel ist es, wirtschaftliche Modelle zu schaffen, die Agroforstwirtschaft für Landwirte attraktiver machen.

Seit 2021 hat sich die wirtschaftliche Perspektive für den Pappelanbau deutlich verbessert. Steigende Holzpreise, geringere Pflanzkosten und bessere CO₂-Zertifizierungsprogramme haben den Nettoertrag pro Hektar von etwa 1.200 Euro auf über 2.500 Euro gesteigert. Auch die staatliche Förderung wurde ausgebaut: EU-ELER-Mittel decken bis zu 40 Prozent der Einrichtungskosten, das BAFA gewährt Klimaschutzförderungen für Bioenergie, und regionale Anreize wie die Pappelprämien in Bayern und Nordrhein-Westfalen bieten bis zu 5.000 Euro pro Hektar.

Die Ergebnisse des Projekts deuten darauf hin, dass die agroforstliche Pappelwirtschaft mittlerweile mit klassischen Ackerbaukulturen in Sachen Rentabilität mithalten kann. Durch höhere Erträge, eine stärkere Marktnachfrage und gestiegene Subventionen gibt es für Landwirte immer mehr Gründe, auf diese Systeme umzusteigen. Die nächsten Schritte konzentrieren sich darauf, die Modelle in größerem Maßstab umzusetzen und bewährte Verfahren für eine breitere Anwendung zu optimieren.

Quelle