24 December 2025, 08:51

Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

Ein Werbeplakat für eine Technologiemesse mit Stühlen, Tischen und Menschen im Hintergrund und einer Lampe an der Decke.

Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen - Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

Ingrid Hartges, die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), unterstützt die neue „Aktivrente“ der Bundesregierung. Das ab 2026 gültige Modell ermöglicht Rentnern, durch Zuverdienst steuerlich begünstigte Einkünfte zu erzielen. Gleichzeitig lehnt sie jedoch weiterhin Pläne ab, kleine Betriebe zu verpflichten, bei jedem Geschäft digitale Zahlungen anzubieten.

Die Aktivrente wurde Ende 2025 beschlossen und tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Sie erlaubt sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über dem Renteneintrittsalter, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei zusätzlich zur Rente zu verdienen. Hartges bezeichnete dies als „positiven Schritt“, der ältere Arbeitnehmer motivieren könnte, flexible Tätigkeiten – etwa Wochenenddienste in Hotels – aufzunehmen.

Unterdessen treibt Niedersachsen die verpflichtende Kartenzahlung in Cafés und Restaurants voran. Hartges kritisierte diesen Vorstoß scharf: Bei Kleinstbeträgen wie einem Kaffee oder Eis seien die Gebühren unverhältnismäßig hoch. Laut einer Mastercard-Umfrage bieten bereits fast 90 Prozent der Gastbetriebe Kartenzahlung an. Eine reine Digitalpflicht würde ihrer Meinung nach kleine Anbieter unnötig belasten, ohne ein tatsächliches Problem zu lösen. Ihre Haltung spiegelt die allgemeine Skepsis wider, moderne Zahlungstrends mit den Realitäten schmalkalkulierter Betriebe in Einklang zu bringen. Zwar befürwortet sie Innovation, doch Bargeld müsse als Option für den Alltagskauf erhalten bleiben.

Ab Januar 2026 gibt die Aktivrente Rentnern die Möglichkeit, ihr Einkommen aufzubessern – für Hartges ein Anreiz, ältere Arbeitnehmer in Teilzeit zu halten. Gleichzeitig zeigt ihr Widerstand gegen die Digitalzahlungspflicht die anhaltende Spannung zwischen Bequemlichkeit und Kosten für kleine Unternehmen auf.