02 April 2026, 00:34

Pokerrunde im Februar 2022: Anklagen gegen vier Männer fallen in sich zusammen

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch Poker spielen, mit einer Wand, einem Fenster, einer Tür und verschiedenen Gegenständen im Hintergrund. Unten auf dem Bild steht der Text "Draw Poker - Laying for 'em Sharp".

Pokerrunde im Februar 2022: Anklagen gegen vier Männer fallen in sich zusammen

Anklagen gegen vier Männer wegen illegalem Pokerspiel und Verstößen gegen Corona-Regeln fallen gelassen

Die Vorwürfe gegen vier Männer, denen illegales Pokerspiel und die Missachtung von COVID-19-Vorschriften vorgeworfen wurden, sind fallen gelassen worden. Der Fall, der vergangenen Donnerstag vor dem Amtsgericht Soltau verhandelt wurde, drehte sich um ein Pokerspiel, das im Februar 2022 stattfand. Die Richterin kam zu dem Schluss, dass die Beweislage nicht ausreiche, um die Anklagepunkte zu stützen.

Am Abend des 5. Februar 2022 hatten sich neun Männer im Keller einer Villa zu einer Pokerrunde versammelt. Damals galten strenge Pandemie-Beschränkungen, die die Größe von Gruppen limitierten – drei der Teilnehmer waren zudem ungeimpft. Die Polizei erhielt einen anonymen Hinweis auf das Treffen und durchsuchte das Anwesen mit zwölf Beamten noch in der späten Nacht.

Bei der Razzia fanden die Beamten zwar Pokerchips, jedoch weder Bargeld noch Wettscheine. Die Staatsanwaltschaft argumentierte später, der Keller sei gezielt für Pokerspielzwecke eingerichtet worden, und verwies auf ein Schild an der Wand mit der Aufschrift "Poker Club Lucky River". Die Verteidigung hingegen bestritt die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes und forderte einen richterlichen Durchsuchungsbefehl als Voraussetzung für die Hausdurchsuchung.

Richterin Marlene von der Heyde stellte die Legalität des Polizeieinsatzes infrage. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich der Verwertbarkeit sowohl der sichergestellten Beweismittel als auch der Aussage eines beteiligten Beamten. Da keine eindeutigen Belege für illegales Pokerspiel vorlagen, wies die Richterin den Fall ab – die Staatsanwaltschaft legte keinen Widerspruch ein.

Der Prozess warf Fragen zu Polizeimaßnahmen während der Pandemie auf. Zwar gibt es in Deutschland keine aktuellen Gesetzesänderungen, die durchsuchungsfreie Einsätze in Pokerspielangelegenheiten regeln, doch deutet das Urteil darauf hin, dass die damalige Durchsetzungspraxis von den außergewöhnlichen Umständen der Zeit geprägt war.

Die Einstellung des Verfahrens bedeutet, dass die vier Angeklagten keine weiteren rechtlichen Konsequenzen zu befürchten haben. Offene Fragen zu den Befugnissen der Polizei bei Ermittlungen in der Pandemiezeit bleiben jedoch ungeklärt. Bisher wurden keine Berufungen oder weiteren rechtlichen Schritte in dem Fall angekündigt.

AKTUALISIERUNG

Court reveals new details about the poker setup and prize structure

The trial uncovered specific organisational elements of the 2022 poker event. The basement was equipped with:

  • A 700/460/300 prize structure for top finishers
  • A dedicated 'Pokerclub Lucky River' sign on the wall
  • Four tables with pink chairs and dim lighting
  • A projector displaying gameplay in real time. These findings highlight the event's structured nature but failed to prove illegal gambling due to missing currency or receipts.