30 May 2026, 12:27

Quizkandidat ketten sich an Magdeburger Dom für Sachsen-Anhalts Freiheit

Rotkäppchen in der Zwangsjacke

Quizkandidat ketten sich an Magdeburger Dom für Sachsen-Anhalts Freiheit

Ein 43-jähriger Mann hat sich aus Protest gegen eine mögliche Bundesintervention in Sachsen-Anhalt an das Tor des Magdeburger Doms gekettet. Maik Sawatzki, ein professioneller Quizkandidat, fürchtet, dass die rechtspopulistische AfD im Falle eines Sieges bei den anstehenden Landtagswahlen einen verfassungsrechtlichen Mechanismus auslösen könnte. Seine Aktion geht mit scharfer Kritik an Berliner Politikern einher und ist verbunden mit ungewöhnlichen Forderungen nach mehr regionaler Freiheit.

Im Mittelpunkt von Sawatzkis Protest steht Artikel 37 des Grundgesetzes – eine selten angewandte Bestimmung, die dem Bund Eingriffsrechte einräumt, falls ein Bundesland gegen verfassungsmäßige Pflichten verstößt. Er bezeichnet Berliner Politiker als „Verbrecher“ und wirft der Regierung vor, die Finanzmittel für Sachsen-Anhalt kürzen zu wollen. Seine Lebensgefährtin Uta Sawatzki – die zwar seinen Nachnamen trägt, aber nicht rechtmäßig mit ihm verheiratet ist – unterstützt seine Haltung. Sie beschreibt sich selbst als „Hausfrau im besten Sinne“ und scherzt, ihr Name tauche oft in Kreuzworträtseln auf.

Das Paar sorgte bereits früher für Schlagzeilen. Sawatzki, der gelegentlich als bezahlter Demonstrant für die AfD auftritt, betont, er würde Uta heiraten, falls die Partei jemals an die Macht käme. Zu seinen Forderungen für Sachsen-Anhalt gehören das Recht auf FKK-Sonnenbaden und ein Ende von Zwangsehen. Trotz seines Engagements hatte er auch mit Rückschlägen zu kämpfen: Einmal stahlen Diebe seine Geldbörse während der Arbeit und warfen sie später – ohne Bargeld – in den Müll.

Abseits der Politik leidet Sachsen-Anhalt unter geringer überregionaler Bekanntheit. Nur zwei Produkte – die Halloren-Schokolade und der Rotkäppchen-Sekt – sind bundesweit bekannt. Sawatzkis Protest lenkt den Blick auf tiefere Konflikte um regionale Autonomie und Bundeskontrolle.

Die Demonstration in Magdeburg rückt eine selten diskutierte verfassungsrechtliche Machtoption in den Fokus: Sollte die AfD die Wahl gewinnen, könnte der Bund Landesentscheidungen blockieren, die als verfassungswidrig eingestuft werden. Sawatzkis ungewöhnlicher Protest spiegelt dabei breitere Frustrationen über das Verhältnis Sachsen-Anhalts zu Berlin und die wirtschaftliche Lage des Bundeslandes wider.

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