15 April 2026, 00:41

RAW-Gelände in Berlin: Kulturelles Erbe zwischen Schließung und Protestwelle

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken, mit verstreuten Taschen und Gegenständen, unter einem klaren blauen Himmel.

RAW-Gelände in Berlin: Kulturelles Erbe zwischen Schließung und Protestwelle

Berlins kultige RAW-Fläche in Gefahr: Eigentümerfamilie treibt Umstrukturierung voran

Die legendäre RAW-Fläche in Berlin steht vor dem Aus, nachdem die Eigentümerfamilie Kurth ihre Umbaupläne vorantreibt. Mehrere Clubs und Kulturstätten, darunter Crack Bellmer und Cassiopeia, drohen nun die Schließung, nachdem ihre Betriebserlaubnisse widerrufen wurden. Unterdessen formiert sich Widerstand: Aktivist*innen und lokale Politiker*innen mobilisieren für den Erhalt des Geländes – für Samstag ist eine Protest-Demo mit Rave geplant.

Die Familie Kurth besitzt das RAW-Gelände seit Jahren und strebt bereits lange eine Umnutzung an. Kürzlich verweigerten sie die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge für mehrere Clubs und forderten stattdessen die Genehmigung für Wohnungsbau – trotz eines bestehenden Bebauungsverbots. Zudem zogen sie Betriebserlaubnisse zurück, wodurch Locations wie Bar zum Schmutzigen Hobby und Lokschuppen rechtlich im Unklaren hängen.

Die Clubbetreiber*innen befinden sich in einer Zwickmühle: Sie sind sowohl vom Willen der Eigentümer als auch vom Bezirk abhängig. Viele scheuen öffentliche Stellungnahmen, doch einige – unterstützt vom Grünen-Politiker Florian Schmidt – wehren sich gegen die Pläne. Ihre Wut wird bei der Demonstration am Samstag laut werden, die bereits Rückhalt von SPD, Grünen und Linken erhält.

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Ein Entwurf für einen Kompromiss liegt auf dem Tisch: Die Familie Kurth könnte das Gelände unter stark subventionierten Bedingungen umgestalten – vorausgesetzt, Clubs und Kulturorte bleiben mindestens 30 Jahre erhalten. Doch Streit gibt es darüber, wie schnell aus dem Entwurf ein verbindlicher Plan werden soll. Die Kurths kritisieren Verzögerungen und haben informell ein Ultimatum bis Monatsende gesetzt, um Entscheidungen zu Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten zu treffen.

Die Zukunft der RAW-Fläche steht auf dem Spiel, während sich Aktivist*innen, Politiker*innen und Clubbetreiber*innen auf die Proteste am Wochenende vorbereiten. Ohne Einigung droht den Locations die endgültige Schließung, während die Umbaupläne der Kurths weiter voranschreiten. Die kommenden Tage werden zeigen, ob noch eine langfristige Lösung möglich ist.

Quelle