Rekordbeschlagnahmungen: 50 Tonnen Cannabis im Jahr 2025 sichergestellt – doch der Konsum bleibt stabil
Herbert RennerRekordbeschlagnahmungen: 50 Tonnen Cannabis im Jahr 2025 sichergestellt – doch der Konsum bleibt stabil
Deutsche Behörden haben in den letzten Jahren noch nie dagewesene Mengen Cannabis beschlagnahmt. Im Jahr 2024 konfiszierten Polizei und Zoll rund 24 Tonnen der Droge. Diese Zahl verdoppelte sich 2025 nahezu – allein der Zoll beschlagnahmte bisher über 50 Tonnen.
Der deutliche Anstieg der Beschlagnahmungen folgt auf die teilweise Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Trotz dieser politischen Wende deuten wissenschaftliche Studien jedoch nicht auf einen starken Anstieg des Gesamtkonsums hin. Jakob Manthey, Forscher am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, vermutet sogar, dass die Nachfrage nach illegalem Cannabis tatsächlich gesunken sein könnte.
Sicherheitsbehörden werten die Rekordbeschlagnahmungen hingegen als Beleg für einen wachsenden Schwarzmarkt. Untersuchungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zeigen, dass sich vor allem veränderte Schmuggelrouten hinter dem Anstieg verbergen. Die Polizeidaten für 2025 stehen noch aus, sodass das Gesamtbild der Entwicklung unvollständig bleibt.
Gleichzeitig sind die legalen Importe von medizinischem Cannabis seit der Gesetzesänderung deutlich gestiegen. Dieser Anstieg steht im Kontrast zu den stabilen Zahlen beim Freizeitkonsum, die Forscher ermittelt haben.
Die Rekordbeschlagnahmungen unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Regulierung von Cannabis nach der Teillegalisierung. Zwar scheint die Nachfrage nach illegalen Produkten zurückgegangen zu sein, doch passen Schmuggler offenbar ihre Methoden an. Die Behörden beobachten weiterhin sowohl den Schwarzmarkt als auch die legale Versorgungskette auf weitere Veränderungen.






