Renk erhält Milliardenauftrag für Puma-Panzer – doch die Aktie fällt
Alex TintzmannRenk erhält Milliardenauftrag für Puma-Panzer – doch die Aktie fällt
Renk, ein auf Antriebssysteme spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Augsburg, hat einen Großauftrag für die Lieferung von Getrieben für die deutschen Schützenpanzer vom Typ Puma erhalten. Der Auftrag umfasst 213 Einheiten, deren Auslieferung von Mitte 2027 bis Ende 2030 erfolgen soll. Anleger reagierten jedoch verhalten – die Aktie des Unternehmens gab am Freitag nach.
Im Rahmen des Vertrags werden 188 HSWL-256-Getriebe produziert, deren Fertigung Anfang 2026 beginnen soll. Zudem liefert die Renk-Tochter Horstman Group hydro-pneumatische Federungssysteme als Teil des Pakets. Trotz des bedeutenden Auftrags bleibt der Markt zurückhaltend, nicht zuletzt wegen unklarer finanzieller Details der Vereinbarung.
Die Renk-Aktie verlor am Freitag 3,12 Prozent und schloss bei 47,12 Euro, womit sich der Rückgang über den gesamten Monat fortsetzte. Der Kurs notiert damit unter wichtigen Unterstützungskursen und entfernt sich weiter von seinem 50-Tage-Durchschnitt. Dies geschieht, obwohl das Unternehmen zum Jahresende 2025 einen Rekordauftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro vermeldete.
Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert Renk einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Rund 200 Millionen Euro dieser Prognose basieren auf Aufträgen, die aus dem Jahr 2025 übernommen wurden und in der ersten Jahreshälfte 2026 abgewickelt werden müssen.
Der neue Auftrag festigt Renks Position in der Rüstungsindustrie, doch die finanziellen Auswirkungen bleiben ungewiss. Da sich die Lieferungen über mehrere Jahre erstrecken, muss das Unternehmen nicht nur die Produktionsziele erreichen, sondern auch die Bedenken der Anleger ausräumen. Der jüngste Kursrückgang spiegelt die anhaltende Skepsis des Marktes gegenüber dem langfristigen Wert des Geschäfts wider.






