30 June 2026, 00:21

Revolutionäres Schwarmkraftwerk am Rhein könnte die Wasserkraft verändern

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Revolutionäres Schwarmkraftwerk am Rhein könnte die Wasserkraft verändern

Neue Art von Wasserkraftwerk wird am Rhein getestet

Am Rhein wird derzeit ein neuartiges Wasserkraftsystem erprobt: Die Energyfish des Unternehmens Energyminer ist eine kleine, schwimmende Turbine, die Strom aus Fließgewässern erzeugt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Staudämmen oder Laufwasserkraftwerken wird sie nun in größerem Maßstab in St. Goar eingesetzt.

Jede Energyfish-Einheit misst 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm. Sie erzeugt bis zu 6 Kilowatt Leistung, im Durchschnitt jedoch 1,8 Kilowatt, und benötigt mindestens einen Meter Wassertiefe sowie eine Strömungsgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde, um zu funktionieren.

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Insgesamt werden in St. Goar 124 dieser Einheiten installiert, die zusammen das erste großflächige „Schwarmkraftwerk“ dieser Art bilden. Das System umfasst Genehmigungen, Flussbettarbeiten, Verankerungen, Kabel, Netzanschlüsse, Wartungspläne und Überwachung. Eine Anlage mit 100 Einheiten bringt es auf durchschnittlich etwa 180 Kilowatt, während die vollständige Rhein-Installation voraussichtlich rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr erzeugen wird.

Laut Energyminer bietet die Technologie eine rund um die Uhr verfügbare Grundlastfähigkeit, funktioniert in allen Jahreszeiten und ist hochwasserresistent. Zudem verspricht das Unternehmen geringen Wartungsaufwand, schnelle Installation und minimale Auswirkungen auf Fische. Die Stromgestehungskosten werden mit etwa 0,08 Euro pro Kilowattstunde angegeben, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über 20 Jahre.

Ein früheres Pilotprojekt im Münchner Auer Mühlbach hatte das Konzept bereits unter Beweis gestellt, bevor die größere Rhein-Installation folgte. Allerdings bleibt die Behauptung der Grundlastfähigkeit fraglich, da Flussbedingungen wie Strömungsschwankungen, Treibgut, Niedrigwasser und Eis die Leistung beeinträchtigen können.

Die Anlage in St. Goar markiert einen wichtigen Schritt für die dezentrale hydrokinetische Energiegewinnung. Bei Erfolg könnte das System Gemeinden eine zuverlässige und kostengünstige Stromquelle bieten. Die Praxis wird zeigen, ob die Technologie ihre Versprechen unter den wechselnden Bedingungen eines Flusses einlösen kann.

Quelle