24 May 2026, 06:43

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert in spektakulärer Neuinszenierung

"Il viaggio a Reims" in Salzburg: Eine komplett übertriebene, turbulente Revue

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert in spektakulärer Neuinszenierung

Eine selten aufgeführte Opera buffa glänzt in einer atemberaubenden Neuinszenierung

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Gioachino Rossinis Die Reise nach Reims (Il Viaggio a Reims), 1825 zur Krönung von König Karl X. komponiert, erzählt von hochwohlgeborenen Gästen, die in einem französischen Provinzhotel zusammenkommen. Die Produktion erntet Lob für ihre gesangliche Brillanz und ihr spektakuläres Bühnengeschehen.

Die Handlung spielt im Hotel Zum Goldenen Lilie, wo sich europäische Aristokraten und Künstler versammeln. Cecilia Bartolis kristallklare Stimme als Corinna entfacht ein Feuerwerk an Koloraturen. Tara Erraught begeistert das Publikum mit unerwartetem Jodeln in der Rolle der Madame Cortese, der temperamentvollen Hotelmanagerin.

Marina Viotti überzeugt mit einer herausragenden Darstellung als Gräfin Melibea, während Mélissa Petit als Gräfin di Folleville glänzt. Edgardo Rochas lyrischer Tenor steigt als Belfiore in schwindelige Höhen, und Dmitry Korchak erreicht als Graf Libenskof atemberaubende stimmliche Gipfel. Das 14-köpfige Ensemble meistert die anspruchsvollen Passagen der Oper mit Präzision und verbindet akrobatische Kunststücke mit gewagten Arien.

Doch nicht nur musikalisch ist die Inszenierung ein Spektakel: Es wird mit Pistolen geschossen, eine Harfe über die Bühne getragen – und später in Flammen gesetzt. Gianluca Capuano dirigiert Les Musiciens du Prince-Monaco, ein Ensemble mit historischen Instrumenten, und verleiht Rossinis genialer Partitur mit Energie und Esprit Leben.

Diese Wiederbelebung von Die Reise nach Reims vereint gesangliche und körperliche Virtuosität. Die seltene Aufführung unterstreicht den spielerischen, doch anspruchsvollen Charakter des Werks. Das Publikum erlebt eine Darstellung, die Rossinis Witz mit atemberaubender Bühnenshow verbindet.

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