Ruhrfestspiele 2024 eröffnen mit bewegendem Iran-Drama über Flucht und Grenzen

Alex Tintzmann
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Plakat für das Moskauer Theaterfestival 1935, das eine Person vor einem Vorhang mit Text zeigtAlex Tintzmann

Ruhr Festival startet mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele 2024 eröffnen mit bewegendem Iran-Drama über Flucht und Grenzen

Ruhrfestspiele 2024 starten diese Woche mit einem packenden Flüchtlingsdrama aus dem Iran

In diesem Jahr bleibt der Hauptspielort des Festivals, das Große Haus, wegen Renovierungsarbeiten erstmals geschlossen – die Aufführungen finden stattdessen in einem provisorischen Festzelt mit fast 500 Plätzen statt. Unter dem diesjährigen Motto "Schock und Staunen" eröffnet ein auf Persisch gespieltes Stück, das mit deutschen und englischen Untertiteln gezeigt wird.

Wie üblich beginnen die Ruhrfestspiele am 1. Mai mit der traditionellen kulturellen Maifeier. Die Eröffnungspremiere "Das Kind" erzählt von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Die iranische Dramatikerin Naghmeh Samini setzt sich in ihrem Stück mit den Schicksalen von Geflüchteten auseinander – ein brisantes Thema für die 78. Ausgabe des Festivals.

Die Anreise der Schauspieler:innen nach Recklinghausen gestaltete sich jedoch alles andere als einfach. Festivalleiter Olaf Kröck arbeitete eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen und hielt über WhatsApp Kontakt zur Gruppe. Sollten die Darsteller:innen nicht einreisen können, wird die Vorstellung abgesagt – und die Abwesenheit selbst zur politischen Aussage.

Das Programm 2024 umfasst zudem zwei weitere iranisch geprägte Produktionen: "Die Frau, das Kind und der Geist" von Sheyda Kasraei (Uraufführung) sowie "Hamlet in Teheran" von Amir Reza Koohestani (deutsche Erstaufführung). Beide Stücke spiegeln den Fokus des Festivals auf iranische Stimmen und Themen wider. Bis zum 13. Juni finden alle Vorstellungen im provisorischen Festzelt statt, während das Große Haus saniert wird.

In diesem Jahr rücken die Ruhrfestspiele iranische Kunst und die Herausforderungen von Migration in den Mittelpunkt. Der Umzug in das Ersatzquartier und die digitale Koordination zeigen, welchen Aufwand die Veranstalter betreiben, um diese Stücke auf die Bühne zu bringen. Das Publikum erwartet Werke, die sich direkt mit Grenzkonflikten, Exil und kulturellem Austausch befassen.

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