10 March 2026, 14:35

Sachsen verzeichnet halbe Asylanträge – doch Abschiebungen bleiben schwierig

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen auf Stangen, unter einem bewölkten Himmel.

Anzahl der Asylsuchenden in Sachsen deutlich gesunken - Sachsen verzeichnet halbe Asylanträge – doch Abschiebungen bleiben schwierig

Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen ist im zweiten Jahr in Folge deutlich gesunken. 2025 registrierten die Behörden nur noch 5.189 Menschen – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts und weit unter dem Höchststand von 23.120 im Jahr 2023. Innenminister Armin Schuster (CDU) bezeichnete den Rückgang als Beleg für eine "wirksame Wende in der Asylpolitik", betonte jedoch die Notwendigkeit einer konsequenteren Umsetzung von Abschiebungen.

Der starke Rückgang der Asylanträge folgt auf eine Reihe von Veränderungen. 2022 verzeichnete Sachsen noch rund 14.000 Neuankömmlinge, seither sind die Zahlen deutlich eingebrochen. Behörden führen den Rückgang auf strengere EU-Asylregeln, eine Stabilisierung der ukrainischen Flüchtlingskrise sowie verbesserte Bedingungen in einigen Herkunftsländern zurück.

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Separate Zahlen zeigen, dass 2025 insgesamt 5.942 Menschen Schutz vor Russlands Krieg in der Ukraine suchten – ein Anstieg gegenüber 1.912 im Vorjahr. Diese Fälle sind nicht in der offiziellen Asylstatistik enthalten.

Schuster hob Fortschritte bei freiwilligen Ausreisen hervor: 2025 verließen 1.588 abgelehnte Asylbewerber Deutschland – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen. Dennoch bleiben Abschiebungen eine Herausforderung. Von 917 geplanten Rückführungen scheiterten 64 Prozent, weil sich die Betroffenen zuvor absetzten. Der Minister kritisierte zudem Fluggesellschaften, die sich weigerten, bei Rückführungen zu kooperieren, und dadurch die Kapazitäten für Abschiebungen verringerten.

Um dies zu ändern, forderte Schuster, reguläre Haftplätze für Abschiebungshaft zu nutzen. Zudem müsse der Gesetzgeber Fluggesellschaften verpflichten, bei Rückführungen mitzuwirken, damit das System effektiv funktioniere.

Die aktuellen Zahlen bestätigen einen klaren Abwärtstrend bei den Asylanträgen in Sachsen. Während freiwillige Ausreisen zunehmen, stoßen erzwungene Abschiebungen weiterhin auf Hindernisse. Die Behörden drängen auf schärfere Maßnahmen. Schusters Vorschläge zielen darauf ab, Vollzugslücken zu schließen und den Schwung der politischen Wende aufrechtzuerhalten.

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