17 June 2026, 16:30

Salzburger Festspiele: Neue künstlerische Leitung bricht mit Traditionen

Salzburger Positionierungen

Salzburger Festspiele: Neue künstlerische Leitung bricht mit Traditionen

Die Salzburger Festspiele stehen vor einem Führungswechsel kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung am 26. Juli. Die Festspielpräsidentin Kristina Hammer wird bei der Eröffnungsfeier keine Rede halten – ein Bruch mit der Tradition. Unterdessen wurde Karin Bergmann zur neuen künstlerischen Leiterin ernannt und bringt frischen Wind in das renommierte Event.

Bergmanns Berufung als erste Frau an der Spitze der Salzburger Festspiele kam für viele überraschend. Sie beschrieb ihr Verhältnis zum scheidenden künstlerischen Leiter Markus Hinterhäuser als rein beruflich, obwohl dieser sie öffentlich als „eine liebe Freundin“ bezeichnete. Zudem kritisierte Bergmann die mangelnde Transparenz bei Hinterhäusers Abgang und forderte, der Vorstand hätte die Gründe klarer kommunizieren müssen.

Bergmann plant, an Hinterhäusers musikalischem Programm aufzubauen, will aber gleichzeitig die Sparte Drama ausweiten. Sie setzt sich für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Vorstand ein und befürwortet die Einführung von Frauenquoten. Ihr Ziel ist es, Kontinuität mit neuen künstlerischen Impulsen zu verbinden.

Die Stelle der Festspielpräsidentin wurde neu ausgeschrieben; Hammers aktuelle Amtszeit endet Ende 2026. Bisher haben sich 27 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, darunter auch Hammer selbst.

Hammers Abwesenheit bei der Eröffnungsfeier bricht mit einer langjährigen Gepflogenheit. Bergmanns Führung verspricht sowohl Stabilität als auch Innovation – mit Fokus auf Inklusion und künstlerische Weiterentwicklung. Die künftige Ausrichtung des Festivals wird maßgeblich vom Ausgang des Auswahlverfahrens für die Präsidentschaft abhängen.

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