27 March 2026, 12:39

Sicherheitsdebatte in Zügen: Warum Verkehrsminister gegen Zweipersonen-Besatzungen sind

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Sicherheitsdebatte in Zügen: Warum Verkehrsminister gegen Zweipersonen-Besatzungen sind

Forderung nach schärferen Sicherheitsvorschriften in deutschen Zügen stößt auf Widerstand der Verkehrsminister

Der Vorstoß für strengere Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Zügen trifft bei den Verkehrsministern auf Ablehnung. Der Aufruf erfolgt nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2024, der die Forderungen nach Zweipersonen-Besatzungen neu entfacht hat. Gewerkschaften warnen, dass allein arbeitende Mitarbeiter zunehmend Risiken ausgesetzt seien, doch die Behörden lehnen eine generelle Regelung ab.

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) drängt nach dem Tod eines Zugbegleiters Anfang dieses Jahres auf eine verpflichtende Zweipersonen-Besatzung. Gewerkschaftschef Martin Burkert warnte, die Gewalt gegen Beschäftigte werde ohne Gegenmaßnahmen weiter zunehmen. Die jährlichen Statistiken zeigen mehr als 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter im Jahr 2023, 3.324 im Jahr 2024 und über 3.000 im Jahr 2025 – mit weiterhin hohen Zahlen auch 2026.

Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) wies den Vorschlag jedoch zurück und plädiert stattdessen für flexible regionale Lösungen. Die Minister sprachen sich gegen "starre bundesweite Vorgaben" aus und betonten, dass die Personalplanung sich am lokalen Bedarf orientieren solle. Gleichzeitig begrüßten sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn, darunter Körperkameras für Servicekräfte im Kundendienst und den Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfern.

Obwohl die VMK diese Schritte prinzipiell befürwortet, verwies sie auf die hohen Kosten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die Auswirkungen der Änderungen bis Ende April bewerten. Die Forderung der Gewerkschaft nach durchgängigen Zweierteams bleibt jedoch vorerst unerfüllt.

Die Deutsche Bahn hat bereits Körperkameras eingeführt und die Kontrollpraktiken angepasst, um die Sicherheit zu erhöhen. Die Verkehrsminister werden diese Maßnahmen in den kommenden Wochen prüfen. Bis auf Weiteres bleiben die Personalentscheidungen jedoch in der Hand der regionalen Behörden – was bei den Gewerkschaften Sorgen über anhaltende Risiken auslöst.

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