27 March 2026, 10:31

Skandalprozess: Staatsanwalt und Ärztin wegen Steuerhinterziehung und Datenmissbrauchs angeklagt

Ein vergilbtes, altes juristisches Dokument mit der Aufschrift "Tribunal Révolutionnaire", das Urteile in Frankreich detailliert.

Skandalprozess: Staatsanwalt und Ärztin wegen Steuerhinterziehung und Datenmissbrauchs angeklagt

Prozess gegen Berliner Staatsanwalt und Ärztin: Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Geldwäsche

Vor dem Amtsgericht Tiergarten beginnt am Montag der Prozess gegen einen Berliner Staatsanwalt und eine Ärztin. Den beiden wird Steuerhinterziehung, Geldwäsche sowie der Missbrauch amtlicher Daten vorgeworfen – sie sollen die Behörden durch ein betrügerisches System um rund 62.000 Euro gebracht haben.

Dem Staatsanwalt wird zudem vorgeworfen, illegal auf vertrauliche Patientendaten zugegriffen zu haben, um der Ärztin bei der Eintreibung von Forderungen zu helfen.

Im Mittelpunkt des Falls steht eine Medizinerin, die angeblich Mehrwertsteuer hinterzogen haben soll, indem sie Bargeldzahlungen für medizinische Leistungen annahm. Zwischen 2018 und 2020 erklärte sie diese Einnahmen nicht, wodurch Steuerschulden in Höhe von etwa 62.000 Euro entstanden.

Laut Anklage zog die Ärztin daraufhin einen Berliner Staatsanwalt zur Verwaltung der undeklarierten Gelder hinzu. Dieser soll das Geld verwahrt, verwaltet und bei Bedarf zurückgegeben haben. Um die Transaktionen zu verschleiern, überwies er der Ärztin angeblich entsprechende Beträge von seinem eigenen Konto.

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Dem Staatsanwalt wird darüber hinaus vorgeworfen, seine Position missbraucht zu haben, indem er auf die interne Datenbank der Berliner Staatsanwaltschaft zugriff. Die Ermittler werfen ihm vor, sensible Patientendaten abgerufen und an die Ärztin weitergegeben zu haben, um ihr bei der Schuldeneintreibung zu helfen. In der Anklageschrift heißt es, dass diese unbefugten Datenabfragen das öffentliche Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden erschüttert hätten.

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der Staatsanwalt Teile des Bargelds für private Ausgaben verwendete – darunter die Finanzierung von Urlaubsreisen, den Kauf von Betäubungsmitteln und die Bezahlung sexueller Dienstleistungen.

In den vergangenen fünf Jahren sind in Deutschland keine vergleichbaren Fälle bekannt geworden, in denen Staatsanwälte oder Ermittlungsbehörden in ähnliche Vorwürfe verwickelt waren.

Der Prozess beginnt am Montag; beiden Angeklagten drohen bei einer Verurteilung erhebliche rechtliche Konsequenzen für ihre mutmaßliche Beteiligung an dem Betrug und den Missbrauch amtlicher Daten. Der Fall wirft zudem Fragen nach den Schutzmechanismen gegen unbefugten Zugriff auf sensible Informationen innerhalb der Strafverfolgungsbehörden auf.

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