07 February 2026, 09:11

Soltau plant radikalen Ausstieg aus der Gasheizung bis 2040

Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Soltau plant radikalen Ausstieg aus der Gasheizung bis 2040

Soltau plant einen grundlegenden Wandel in seiner Wärmeversorgung, um bis 2040 die Klimaziele zu erreichen. Die Stadt will sich von Erdgas verabschieden und stattdessen auf erneuerbare Energien setzen. Verantwortliche bezeichnen die Umstellung als notwendig – und zugleich als praktische Chance für langfristige Vorteile.

Der aktuelle Wärmebedarf in Soltau liegt bei etwa 450 Gigawattstunden pro Jahr, wobei Erdgas derzeit 74 Prozent davon deckt. Fast die Hälfte der Gebäude in der Stadt wurde zwischen 1949 und 2000 errichtet – ein deutliches Potenzial für energetische Sanierungen.

Zwei mögliche Wege werden derzeit geprüft: Der erste folgt einem "Weiter-so"-Ansatz, während das zweite, ehrgeizigere Szenario höhere Sanierungsquoten und einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren vorsieht. Zu den zentralen Maßnahmen zählen der Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen, die Nutzung von industrieller Abwärme, Geothermie und solarthermischen Anlagen.

Biogas-Blockheizkraftwerke könnten eine wichtige Rolle spielen und bis zu 63 Gigawattstunden Wärme pro Jahr liefern. Damit ließe sich die Biogasproduktion der Landwirte auch nach dem Auslaufen der Fördergelder aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufrechterhalten. Eine weitere Quelle für erneuerbare Wärme ist das Klärwerk, das jährlich fast 16.000 Megawattstunden bereitstellen und gleichzeitig das abgeleitete Wasser kühlen könnte.

Der kommunale Wärmeplan gibt Empfehlungen vor, statt Vorgaben zu machen, und lässt Eigentümern damit Spielraum. Anwohner erhalten einen detaillierten Maßnahmenkatalog sowie individuelle Informationsblätter, die ihnen bei Entscheidungen helfen sollen. Ziel ist es, Klarheit und Planungssicherheit zu schaffen, während Soltau bis zum 30. September 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung anstrebt.

Der Plan skizziert eine klare Roadmap für die Wärmezukunft Soltaus – mit Fokus auf Erneuerbare und Effizienz. Eigentümer erhalten zwar maßgeschneiderte Beratung, doch verbindliche Auflagen gibt es nicht. Gelingt die Umstellung, könnte sie die Abhängigkeit von Erdgas verringern und ein nachhaltigeres Energiesystem für die Stadt etablieren.