26 December 2025, 19:44

SPD und Union unter Druck: Rentenreform soll Beitragsjahre stärker belohnen

Ein Geländer im Vordergrund mit hohen Gebäuden und Masten im Hintergrund.

SPD und Union unter Druck: Rentenreform soll Beitragsjahre stärker belohnen

Forderungen nach Rentenreform werden in Deutschland lauter

Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen und SPD-Mitglied, hat die große Koalition in Berlin aufgefordert, die Rentengesetze zu überdenken. Sein Vorschlag: Das System soll sich stärker an den geleisteten Arbeitsjahren orientieren als allein an der Lebenserwartung.

Auch Beate Petry, Chefin des aba-Rentenverbands, drängt auf Veränderungen. Sie fordert CDU/CSU und SPD auf, ihre "Komfortzonen" zu verlassen und das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge grundlegend zu reformieren.

Lies kritisierte die aktuelle Regelung zum Renteneintrittsalter. Ein rein chronologisches Alter spiegle nicht wider, wie lange jemand in die Rentenkasse eingezahlt habe, argumentierte er. Stattdessen schlug er vor, die Rentenhöhe stärker an die Anzahl der Beitragsjahre zu knüpfen.

Der SPD-Politiker plädierte zudem für ein Rentensystem, das staatliche Absicherung mit privaten Vorsorgemöglichkeiten verbindet. Er betonte, dass sowohl Union als auch SPD ihre starren Parteipositionen überwinden müssten, um faire Lösungen zu finden. Petry unterstützte diese Forderung. Eine Reform des Drei-Säulen-Systems – bestehend aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge – erfordere parteiübergreifende Zusammenarbeit, so die Verbandschefin. Die CDU/CSU müsse bereit sein, über gerechtere Beiträge zur Rentenversicherung zu diskutieren.

Lies unterstrich zudem die Notwendigkeit, die Renten für jüngere Generationen abzusichern. Seine Vorschläge zielen auf ein flexibleres und nachhaltigeres Modell für künftige Rentner ab.

Die Debatte zeigt den wachsenden Druck auf die Berliner Koalition, endlich zu handeln. Ein reformiertes Rentensystem könnte die Leistungen enger an die individuelle Erwerbsbiografie knüpfen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob CDU/CSU und SPD einen Kompromiss bei den Beiträgen und Rentenvorschriften finden.