Steuerreformen helfen Geringverdienern kaum – Sozialabgaben bleiben das Problem
Catrin KabusSteuerreformen helfen Geringverdienern kaum – Sozialabgaben bleiben das Problem
Die deutsche Regierung hat finanzielle Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener versprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Klaus Klingbeil treiben Steuerreformen voran, um die Belastung zu verringern. Doch Experten argumentieren, dass die eigentliche Last nicht allein von den Steuern, sondern vor allem von den Sozialabgaben ausgeht.
Im progressiven Steuersystem Deutschlands kommen Steuersenkungen vor allem Spitzenverdienern zugute. Die reichsten 10 Prozent zahlen bereits mehr als die Hälfte der gesamten Lohnsteuer, während die obersten 50 Prozent 93,5 Prozent des Gesamtaufkommens bestreiten. Das bedeutet: Steuerreformen würden denen mit bescheidenen Einkommen kaum helfen.
Gleichzeitig lässt der Bundeshaushalt keinen Spielraum für größere Steuersenkungen. Auch Länder und Kommunen würden unter sinkenden Einnahmen leiden. Angesichts einer alternden Bevölkerung steigen die Sozialabgaben – etwa für Kranken- und Rentenversicherung – weiter an und treffen Geringverdiener besonders hart.
Einige Politiker schlagen stattdessen vor, die Krankenkassenbeiträge zu senken. Besonders die SPD setzt sich dafür ein, die Sozialabgaben zu reduzieren, um die „arbeitende Mitte“ zu entlasten. Die Dringlichkeit wächst, da sich die wirtschaftliche Lage verschärft und die rechtspopulistische AfD an Zuspruch gewinnt.
Jede Steuerreform würde vielen Gering- und Mittelverdienern kaum Nutzen bringen. Die Sozialabgaben bleiben ihre größte finanzielle Belastung. Ohne Anpassungen bei diesen Beiträgen könnten Entlastungsmaßnahmen hinter den Erwartungen zurückbleiben.






