Streikwelle im öffentlichen Dienst: Niedersachsen und Bremen kämpfen um 7 Prozent mehr Lohn
Alex TintzmannStreikwelle im öffentlichen Dienst: Niedersachsen und Bremen kämpfen um 7 Prozent mehr Lohn
Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Niedersachsen und Bremen bereiten Streiks vor – Tarifverhandlungen beginnen
Arbeitnehmer:innen im öffentlichen Sektor in Niedersachsen und Bremen rüsten sich für Streiks, während die Lohnverhandlungen anlaufen. Die Gewerkschaft ver.di fordert höhere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen sowie eine monatliche Mindesterhöhung von 300 Euro für Geringverdiener:innen. Mitarbeiter:innen in zentralen staatlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und im Verkehrssektor werden sich in dieser Woche an den Aktionen beteiligen.
Die Gewerkschaft pocht auf eine monatliche Lohnerhöhung von 7 Prozent für rund 245.100 Beschäftigte in Niedersachsen und 39.000 in Bremen. Die untersten Einkommensgruppen sollen mindestens 300 Euro mehr pro Monat erhalten. Zudem verlangt ver.di eine Erhöhung der Schicht- und Überstundenzuschläge um 20 Prozentpunkte sowie 200 Euro mehr für Berufseinsteiger:innen und unbefristete Verträge nach der Ausbildung.
Studierende in Teilzeitstellen sollen künftig einen garantierten Mindestlohn pro Stunde erhalten – so sieht es der neue Tarifvertrag vor, den ver.di für eine Laufzeit von zwölf Monaten aushandeln will. Die Forderungen reiht sich in eine Serie jüngerer Tarifkonflikte im öffentlichen Dienst bundesweit ein: 2023 streikten Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen für eine Lohnerhöhung von 10,5 Prozent, 2024 legten Arbeitnehmer:innen in Bayern für Inflationsausgleiche die Arbeit nieder. In Hessen wurden unter anderem einmalige Zahlungen von 500 Euro und 11 Prozent mehr Lohn gefordert, während ver.di Anfang 2025 bundesweit 5,5 Prozent mehr Gehalt plus einen Mindestaufschlag von 3 Prozent durchsetzte.
Die Streiks werden in Hannover und Bremen zu Einschränkungen führen, unter anderem in Universitätskliniken, bei Straßenbauteams, in Häfen und an Hochschulen. In Bremen versammeln sich die Demonstrant:innen ab 9:00 Uhr auf der Bürgerweide zu Kundgebungen und einem Demonstrationszug, der gegen 11:45 Uhr vor der Senatorin für Finanzen endet.
Die aktuellen Lohnforderungen sind Teil einer Reihe von Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst der vergangenen zwei Jahre. Sollten die Forderungen durchgesetzt werden, würde dies die Bezahlung Tausender Beschäftigter verbessern und neue Maßstäbe für Schichtzulagen und Studentenlöhne setzen. Die Verhandlungen werden zeigen, ob sich die Streikwelle weiter in der Region ausbreitet.