Streit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. Gasinfrastruktur
Catrin KabusStreit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. Gasinfrastruktur
Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Das 44-Millionen-Euro-Projekt des Energieversorgers Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) stößt wegen klimapolitischer Bedenken auf starken Widerstand. Zehn offizielle Einsprüche wurden mittlerweile beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht.
Die Initiativen argumentieren, dass das Kraftwerk die Region für Jahrzehnte an veraltete Gastechnologie binden würde. Dies stehe im direkten Widerspruch zum Ziel der Stadt Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden. Stattdessen verweisen die Gruppen auf Batteriespeicher als günstigere und sauberere Alternative – deren Produktionskosten seien in 15 Jahren von 1.300 auf nur noch 90 Euro pro Kilowattstunde gesunken.
Eine für den 7. Mai geplante Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einsprüche als „ausreichend begründet“ eingestuft hatte. Kritiker fragen zudem, warum im Antrag von KMW Wasserstoff mit keinem Wort erwähnt wird, obwohl das Unternehmen später angedeutet hatte, die Anlage könnte langfristig auf diesen Brennstoff umgestellt werden. Ein weiterer Streitpunkt ist das Fehlen einer aktuellen Umweltverträglichkeitsprüfung – die letzte Datengrundlage stammt aus dem Jahr 2005.
KMW betont zwar, dass eine Umrüstung auf Wasserstoff grundsätzlich möglich sei, doch die Gegner bleiben skeptisch. Sie warnen, dass die Abhängigkeit von Erdgas lokale Klimaschutzbemühungen untergraben würde.
Das Genehmigungsverfahren wurde vorerst ausgesetzt, während die Einsprüche geprüft werden. Bei einer Genehmigung würde das Projekt eine 44-Millionen-Euro-Investition in Gasinfrastruktur bedeuten. Das Bündnis besteht darauf, dass Batteriespeicher und erneuerbare Energien einen nachhaltigeren Weg in die Zukunft weisen.






