26 February 2026, 11:51

Streit um neuen Famila-Supermarkt und Kita-Personalnot in Soltau

Ein Plan einer beabsichtigten Wohnbaufläche auf einem Blatt Papier, unterteilt in farbige Bereiche mit Beschriftungen und Texten, die Gebäude, Straßen und andere Merkmale beschreiben.

Streit um neuen Famila-Supermarkt und Kita-Personalnot in Soltau

Der Stadtrat von Soltau hat nach einer hitzigen Debatte einen umstrittenen Einzelhandels- und Stadtentwicklungsplan verabschiedet. Der Vorschlag, der unter anderem einen neuen Famila-Supermarkt an der Celler Straße vorsieht, wurde mit 17 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Anwohner und Ratsmitglieder stritten über die möglichen Auswirkungen auf lokale Unternehmen, den Verkehr und die Infrastruktur.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand zudem ein weiteres drängendes Problem: der akute Personalmangel in städtischen Kitas. Eltern – einige mit ihren Kindern – nahmen an der Sitzung teil, um auf Schließungen und verkürzte Öffnungszeiten aufgrund fehlenden Fachpersonals aufmerksam zu machen.

Die Ratssitzung begann mit der Diskussion über den Einzelhandelsplan, den der Erste Stadtrat Karsten Lemke und der Stadtplaner Daniel Gebelein als sachliche Fachbewertung bezeichneten. Sie wiesen darauf hin, dass das Konzept von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Kreisverwaltung unterstützt werde. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Heidi Schörken befürwortete den Plan und nannte ihn ein zukunftsweisendes Masterkonzept, das die Nachfrage nach einem weiteren Vollsortimenter – auch in der benachbarten Gemeinde Wietzendorf – decken werde.

Widerspruch kam von Lutz Tobias von den Grünen, der argumentierte, Soltau verfüge bereits über ausreichend Einzelhandelsflächen. Er warnte vor steigendem Verkehrsaufkommen und der Gefahr einer späteren Bauruine, falls das Projekt scheitere. Dr. Hans Willenbockel, Sprecher der Bürgerunion/FDP-Fraktion, forderte eine Vertagung der Abstimmung. Er plädierte dafür, die Fachbewertung an aktuelle Entwicklungen und Rückmeldungen lokaler Unternehmen anzupassen – doch der Antrag fand keine Mehrheit.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Birhat Kaçar nahm eine andere Position ein und verwies auf das Bevölkerungswachstum, die steigende Zahl der Pendler und den Tourismus in Soltau. Er betonte, dass die Versorgungslücke geschlossen werden müsse, um die Entwicklung der Stadt zu unterstützen. Ratsvorsitzender Volker Wrigge (CDU) räumte die Schärfe der Debatte ein, verteidigte sie aber als notwendig: "Eine Demokratie ohne Diskussion ist keine Demokratie."

Neben dem Einzelhandelsprojekt brachten Eltern ihre Sorgen über den Personalmangel in den Kitas vor. Der Erste Bürgermeister Karsten Lemke gab zu, dass die Suche nach qualifiziertem Personal zunehmend schwieriger werde. Die Engpässe hätten bereits zu Schließungen und reduzierten Öffnungszeiten geführt, was viele Familien vor Probleme bei der Kinderbetreuung stelle.

Mit der Entscheidung des Rates wird der Einzelhandels- und Stadtentwicklungsplan nun umgesetzt. Der Famila-Supermarkt an der Celler Straße entsteht trotz der Gegenstimmen, während die Personalkrise in den Kitas weiterhin ungelöst bleibt. Konkrete Maßnahmen zur Behebung der Engpässe, die lokale Familien belasten, stehen noch aus.

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