Stuttgart 21: Grüner Politiker nennt Milliarden-Projekt "kolossalen Fehler"
Alex TintzmannStuttgart 21: Grüner Politiker nennt Milliarden-Projekt "kolossalen Fehler"
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 steht in der scharfen Kritik des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen, Matthias Gastel. Er bezeichnete den unterirdischen Bahnhof als einen „kolossalen Fehler“ und stellte dessen langfristige Tragfähigkeit infrage. Die Kosten des Vorhabens sind mittlerweile auf 11,3 Milliarden Euro explodiert – ein Vielfaches des ursprünglichen Budgets.
Ursprünglich mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagt, wurde Stuttgart 21 von wiederholten Verzögerungen und steigenden Ausgaben geplagt. Die Deutsche Bahn rechnet nun mit einer Fertigstellung erst 2031 – ganze zehn Jahre später als zunächst angekündigt. Trotz aller Rückschläge soll der Bahnhof jedoch Deutschlands erster voll digitalisierter Eisenbahnknotenpunkt werden.
Gastels Kritik richtet sich vor allem gegen die Konzeption und Kapazität des Bauwerks. Ein Bahnhof, der über 60 Jahre genutzt werden solle, müsse vor allem Funktionalität und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund stellen, argumentiert er. Der neue Knotenpunkt biete jedoch zu wenig betriebliche Flexibilität und werde künftigen Anforderungen nicht gewachsen sein. Darüber hinaus fordert Gastel einen Ausbau der gesamten Schieneninfrastruktur, um zusätzliche Strecken und höhere Kapazitäten zu schaffen.
Mit 11,3 Milliarden Euro liegen die Endkosten nun weit über den ursprünglichen Planungen, die Fertigstellung verschiebt sich auf 2031. Gastels Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Zweifel an der Praktikabilität und dem langfristigen Nutzen des Projekts. Zwar gelten die digitalen Aufrüstungen als zentrales Merkmal des Bahnhofs – doch die Kritik an seinem gesamten Kosten-Nutzen-Verhältnis reißt nicht ab.






