Stuttgart 21: Tiefbahnhof kommt erst 2031 – und kostet Milliarden mehr als geplant
Catrin KabusStuttgart 21: Tiefbahnhof kommt erst 2031 – und kostet Milliarden mehr als geplant
Stuttgart 21: Bahnprojekt drohen weitere Verzögerungen – Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs erst für Ende 2031 erwartet
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 steckt in weiteren Turbulenzen: Nach aktuellen Berichten wird der neue unterirdische Hauptbahnhof frühestens Ende 2031 eröffnet – Jahre später als ursprünglich geplant. Das Vorhaben, das seit seiner Genehmigung im Jahr 2009 von massiven Verzögerungen und explodierenden Kosten geprägt ist, sollte eigentlich den Stuttgarter Bahnknoten grundlegend modernisieren.
Ursprünglich war vorgesehen, den alten Kopfbahnhof durch einen modernen Durchgangsbahnhof zu ersetzen und das Schienennetz durch neue Gleise, Tunnel und Brücken zu erweitern. Doch der Bau stockt seit Jahren: Bereits im November 2022 wurde die teilweise Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs auf unbestimmte Zeit verschoben.
Laut jüngsten Medienberichten verschiebt sich nun die vollständige Eröffnung auf Ende 2031 – deutlich später als bisher angenommen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) fordert von der Deutschen Bahn klare Antworten und warnt, weitere Verzögerungen seien „eine katastrophale Nachricht“ für die Region und die Fahrgäste.
Özdemir pocht darauf, dass der Bahnkonzern sich verbindlich zur Fertigstellung von Stuttgart 21 bekennt – inklusive der vollständigen Digitalisierung des Knotens, die in Deutschland bisher einzigartig wäre. Doch ausgerechnet diese digitale Aufrüstung, die eigentlich die Effizienz steigern soll, entwickelt sich zu einem weiteren Stolperstein und trägt maßgeblich zur jüngsten Verschiebung bei.
Auch die Kosten sind längst außer Kontrolle geraten: Statt der ursprünglich veranschlagten 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2009 belaufen sie sich mittlerweile auf rund 11,3 Milliarden – die Deutsche Bahn trägt die gesamte finanzielle Last. Einziger Lichtblick im Gesamtprojekt Stuttgart–Ulm: Die Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm ging 2022 planmäßig in Betrieb.
Die neuerliche Verzögerung bedeutet für Fahrgäste und Unternehmen in Baden-Württemberg eine noch längere Wartezeit auf die versprochenen Verbesserungen. Angesichts steigender Kosten und rutschender Termine steht die Deutsche Bahn mehr denn je unter Druck, endlich einen verlässlichen Zeitplan vorzulegen – und einen voll funktionsfähigen Bahnknoten zu liefern.






