Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen nach Lösungen für die Krise
Alex TintzmannSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen nach Lösungen für die Krise
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Die Reise ist Teil der Bemühungen, die medizinische Zusammenarbeit zwischen Syrien und deutschen Gesundheitseinrichtungen zu stärken. Al-Ali, der selbst fünf Jahre lang in der Neurochirurgie desselben Krankenhauses ausgebildet wurde, sucht nun nach neuen Wegen, um die Gesundheitskrise in seinem Land zu bewältigen.
Al-Ali übernahm im März 2025 das Amt des syrischen Gesundheitsministers und steht seitdem vor der gewaltigen Aufgabe, ein durch jahrelangen Konflikt schwer gezeichnetes System wiederaufzubauen. Viele Krankenhäuser und medizinische Zentren liegen in Trümmern, während lebenswichtige Ausrüstung und qualifiziertes Personal chronisch knapp sind. Der Krieg hat zudem über 6,8 Millionen Syrer ins Ausland getrieben – darunter Tausende Ärzte und Fachkräfte.
Während seines Besuchs lotete al-Ali mögliche Partnerschaften mit dem Städtischen Klinikum Solingen aus. Ein Vorschlag sieht vor, im Ausland lebende syrische Ärzte für zeitlich begrenzte Einsätze in ihrer Heimat zu gewinnen. Ein weiteres Konzept ist ein Austauschprogramm für junge Fachärzte, das ihnen Ausbildungsmöglichkeiten im Ausland ermöglichen soll.
Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner, die außerhalb des Landes tätig sind, 10.800 Operationen durch. Diese Zahlen unterstreichen die wichtige Rolle, die Exilärzte beim Wiederaufbau des syrischen Gesundheitssystems spielen könnten. Im Mittelpunkt von al-Alis Gesprächen in Solingen stand die Frage, wie solche Kooperationen die aktuellen Engpässe lindern könnten.
Der Besuch markiert einen Schritt hin zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung in Syrien durch internationale Zusammenarbeit. Sollten die vorgeschlagenen Programme umgesetzt werden, könnten sie dringend benötigtes Know-how zurück ins Land bringen. Vorerst werden die Verantwortlichen die Verhandlungen fortsetzen, um aus den Plänen konkrete Maßnahmen zu machen.






