Ukraine-Waffen auf dem Schwarzmarkt: Wie Schmuggelnetze den Krieg ausnutzen
Herbert RennerUkraine-Waffen auf dem Schwarzmarkt: Wie Schmuggelnetze den Krieg ausnutzen
Waffen und Munition von ukrainischen Schlachtfeldern tauchen auf dem Schwarzmarkt auf. Das Problem ist seit Anfang 2024 auf nationaler und EU-Ebene bekannt und wirft Fragen nach dem illegalen Waffenhandel in Verbindung mit dem Konflikt auf.
Erste Warnungen vor Waffenschmuggel gab es bereits kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Sicherheitsexperten vermuten inzwischen, dass es sich bei einem Teil dieser Waffen um Lieferungen aus Ländern handeln könnte, die die Ukraine unterstützen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat auf die Schwierigkeiten bei der Rückverfolgung hingewiesen. Fehlende Kennzeichnungen und unvollständige Register erschweren die Nachverfolgung beschlagnahmter Schusswaffen. Auch Europol betont, dass ein systematischer Abgleich von Daten innerhalb der EU derzeit nicht möglich ist.
Konstantin von Notz, der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen, kritisiert die mangelnde Vorbereitung der Geberländer. Er setzt sich für ein EU-weites Waffenregister ein, um die Nachverfolgbarkeit zu verbessern. Der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler unterstützt diese Forderungen und verweist auf das Fehlen einer umfassenden Erfassung der Seriennummern der an die Ukraine gelieferten Waffen.
Von Notz fordert ein zentrales System zur Registrierung aller sichergestellten Waffen. Zudem plädiert er für einen verbesserten Datenaustausch, um den illegalen Waffenhandel einzudämmen. Die Vorschläge zielen darauf ab, Lücken zu schließen, die es geschmuggelten Waffen ermöglichen, unentdeckt im Umlauf zu bleiben.






