Van Aken tritt als Linksparteichef zurück – und hinterlässt eine gespaltene Partei
Alex TintzmannVan Aken tritt als Linksparteichef zurück – und hinterlässt eine gespaltene Partei
Jan van Aken ist als Vorsitzender der Linkspartei zurückgetreten. Sein Rückzug erfolgt nach einer Amtszeit, die von scharfer Rhetorik und einem deutlichen Anstieg der Umfragewerte der Partei geprägt war. Luigi Pantisano soll nun voraussichtlich seine Nachfolge antreten.
Van Akens Führung, wenn auch nur von kurzer Dauer, hinterlässt deutliche Spuren in der Partei. Gemeinsam mit Heidi Reichinnek erweiterte er die Anziehungskraft der Linken auf ältere Wähler:innen und festigte ihre Position in der Außenpolitik. Seine unmissverständliche Kritik an den Sparmaßnahmen der Merz-Regierung sowie seine Warnungen an den Wohnungsriesen Vonovia wurden weithin bekannt.
Bei seiner letzten Pressekonferenz präsentierte er eine schwarze Kiste, mit der über zwei Jahre hinweg der optische Eindruck eines Größenunterschieds zwischen ihm und Ines Schwerdtner erzeugt worden war. Er gab zu, dass das Duo Journalisten bewusst in die Irre geführt hatte, und dankte Schwerdtner zugleich für ihre herausragende Arbeit während ihrer gemeinsamen Zeit.
Unter ihrer Führung stieg die Linkspartei in den Umfragen von zuvor 2–3 Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Über 700.000 Wähler:innen, desillusioniert von den Grünen, wechselten bei dieser Wahl zur Linken.
Sein Abschied markiert einen Wendepunkt für die Linkspartei, die seit Langem mit internen Machtkämpfen zu kämpfen hat. Das Umfragehoch und die erweiterte Wählerbasis bleiben Teil seines Erbes. Pantisanos voraussichtliche Übernahme wird nun das nächste Kapitel der Partei prägen.






