15 January 2026, 05:50

Vom Iran nach Bremen: Wie ein 40-Pfennig-Ticket Mehrdad Payandehs Gewerkschaftskarriere prägte

Ein altes Stadtplan von New Bremen, Wisconsin, mit farbigen Bezirken und Text, der die Geschäftsanzeigen, Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten der Stadt beschreibt.

DGB-Regionsvorsitzender Payandeh: Ein falscher Schritt, ein neues Leben - Vom Iran nach Bremen: Wie ein 40-Pfennig-Ticket Mehrdad Payandehs Gewerkschaftskarriere prägte

Mehrdad Payandeh, der langjährige Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, ist nach Jahrzehnten engagierter Arbeit zurückgetreten. Seine Abschiedsfeier in Hannover markierte das Ende einer außergewöhnlichen Reise, die mit einer Flucht aus dem Iran begann und zu einem Leben geprägt von Gewerkschaftsarbeit in Deutschland führte.

Payandehs Geschichte nahm eine unerwartete Wendung. Auf der Flucht aus dem Iran wollte er ursprünglich nach Dänemark, landete aber nach dem Kauf eines Zugtickets für nur 40 Pfennig in Ost-Berlin. Jahre später erinnerte er sich lächelnd an diesen Moment und gab zu, damals geglaubt zu haben, einen falschen Zug erwischt zu haben – bis er erkannte, dass es doch der richtige gewesen war.

In Deutschland arbeitete er zunächst als Lagerarbeiter, während er die Sprache lernte. Er trat der SPD bei, studierte Volkswirtschaftslehre und promovierte 2004 in Bremen. 2008 zog es ihn nach Berlin, wo er in den Bundesvorstand des DGB eintrat. Seit 2018 leitete er die DGB-Region Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt. Kollegen und Politiker würdigten sein Wirken. DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi nannte ihn einen "Gewerkschafter durch und durch, einen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Demokratie". Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil bezeichnete ihn als "höchst loyalen Partner" und "Netzwerker par excellence".

Sein Nachfolger als DGB-Regionalchef, Frank Koppe, trat sein Amt offiziell am 1. Januar 2025 an. Ernesto Harder, Landesvorsitzender des DGB in Bremen, wird Payandeh im Dezember aufgrund dessen Ruhestands im Bundesvorstand nachfolgen.

Payandehs Abschied schließt ein Kapitel ab, das von seinem Einsatz für Arbeitnehmerrechte und soziale Demokratie geprägt war. Sein Nachfolger Frank Koppe übernimmt nun die Leitung der DGB-Region, während Ernesto Harder sich auf seine künftige Rolle im Bundesvorstand vorbereitet. Der Übergang folgt auf eine Karriere, die mit einer zufälligen Zugfahrt begann und zu einem Erbe des Engagements für Arbeitnehmerbelange heranwuchs.